Ein Unternehmen der Kirche.

Kirchenthriller und Bibelkrimi

Kriminalfälle im Umfeld von Heiliger Schrift und religiöser Umgebung

Sie haben viele Namen: Kirchenkrimi, Sakralthriller, Bibelkrimi, Religious Thriller oder sogar Vatikankrimi. Gemeint sind Romane und Geschichten, die sich mit Kriminalfällen rund um Figuren der Heilige Schrift oder auch die Kirche und ihr Personal drehen. Mal ist der schlaue Pfarrer der Ermittler, mal das Opfer der Organist. Mal taucht gar Josef auf oder das Geschehen fällt mitten in die turbulente Zeit der Reformationsbewegung.

Aber worin liegt eigentlich genau der Reiz, christliche Settings, Motive und Figuren in Zusammenhang mit Mord und Totschlag zu bringen? Auf den ersten Blick scheint die Kombination nämlich ziemlich ungewöhnlich. In der Tat ziehen sich Kriminalgeschichten aber bereits wie ein roter Faden durch die Bibel. Mittels der Geschichten werden klare Maßstäbe gesetzt, was das Gute und das Böse, das Richtige und das Falsche angeht. Und auch heute stellt sich beim Krimileser schließlich erst dann Erleichterung ein, wenn der Täter gefasst ist!
Wir stellen Ihnen die faszinierende Welt der Kirchen- und Bibelkrimis vor:

»Du sollst nicht töten!« – die spannendsten Krimigeschichten erzählt schon die Bibel

Schon die Genesis birgt einen Krimi, der wohl als das Urbild menschlicher Fehlbarkeit gelten kann: der Sündenfall und seine Konsequenz, die Vertreibung aus dem Paradies.  Weitere Beispiele lassen sich schnell finden. Berühmt ist die Brudermordgeschichte um Kain und Abel. Motiv: Eifersucht. Auch heute noch ein beliebtes Element, um eine Krimihandlung zu entspinnen. Oder die Geschichte um Judit, die Holofernes enthauptet und damit das Volk Israels rettet. In »evangelische aspekte« nennt Autor Bertram Salzmann weitere Fälle aus der Heiligen Schrift:

Vom kleinen Eigentumsdelikt (2. Könige 5) bis hin zum staatlich geplanten Massenmord (Ester 3–8) reicht die Bandbreite der erzählten Vergehen, von Gier über Eifersucht und Hass bis zum politischen Kalkül die Liste der Tatmotive. Könige (2. Samuel 11–12) finden sich ebenso unter den Tätern wie Straßenräuber (Lukas 10, 25–37), schutzlose Frauen (1. Mose 34) gehören genauso zu den Opfern wie eifrige Propheten (Jeremia 37–38).

Nicht zu vergessen die zehn Gebote mit ihrer Unterweisung: »Du sollst nicht töten!«, die ja auch für das alltägliche Leben Verbindlichkeit beanspruchen. Was spielen diese Verbrechen nun eigentlich für eine Rolle in der Bibel? Jeder Kriminalfall,  so interpretiert es Salzmann, lässt sich im Kern als ein Vergehen an Gott lesen – der folglich oft jemanden zur Klärung beauftragt oder sogar selbst in die Handlung eingreift, um die Ordnung der Welt wieder herzustellen. Auf diese Weise vermitteln die Bibelgeschichten ethische Werte. Sie machen deutlich, wo die Grenze zwischen dem noch Erlaubten und dem schon Verbotenen zu ziehen ist. Wohl auch deshalb haben Biblische Kriminalfälle viele Autoren inspiriert:

Am populärsten derzeit vielleicht Dan Brown, der mit seinem Roman »Sakrileg« (»The Da Vinci Code«), für viel Wirbel sorgte, weil er darin u.a. Maria Magdalena als Ehefrau Jesu darstellte. Seine Geschichte erzählt somit eine erfundene Alternative zur Bibelvariante. Zu  diesem Umfeld zählen auch die Romane des deutschen Schriftstellers Patrick Roth, besonders die sogenannte »Christustrilogie« (»Johnny Shines«, »Riverside«, »Corpus Christi«) und »Sunrise – das Buch Joseph«, das sich um die Lebensgeschichte des Joseph von Nazareth dreht. Roth benutzt, neben der Welt Hollywoods,
biblische und apokryphe Quellen, um seine Geschichten zu entwickeln, die daraufhin sehr eigene Wege einschlagen.

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Kirchenkrimis und ihre »himmlische« Vielfalt

Was die Orte, die Figuren und die Zeit angeht, in denen die Kirchenkrimis spielen, zeigen diese sich ungeahnt erfinderisch. Weltberühmt wurde etwa Umberto Ecos Roman »Der Name der Rose«, der in einem Benediktinerkloster des ausgehenden Mittelalters spielt, wo mysteriöse Morde geschehen. Hier ist es ein Franziskanerpater, der ermittelt. Klöster selbst sind sehr beliebte Orte, wenn es um Tötungsdelikte oder auch deren Aufklärung geht. Wegen ihrer Abgeschiedenheit von der Außenwelt umgibt sie immer schon etwas Geheimnisvolles. Aber auch Glockenstuhl und Sakristei bleiben nicht vor bösen Taten sicher. Auch das angeblich so dunkle Mittelalter ist ein beliebter Zeitraum, in dem Autorinnen und Autoren ihre Krimis stattfinden lassen.

Geistliche treten in Kirchenkrimis oft in der Rolle des Kommissars auf: die britischen Erzählungen um »Father Brown« etwa mit ihren humorvoll erzählten Fällen erfreuen sich noch heute großer Beliebtheit und wurden mehrmals verfilmt. Und sogar der Papst persönlich nimmt die Ermittlungen auf, wenn Not am Mann ist. Auch andere Figuren aus dem Umkreis der Kirche werden zuweilen zum stellvertretenden Kommissar. In Christhard Lücks und Andrea Timms Krimidebüt »Der Mond ist aufgegangen« will der Insel-Organist dem Täter auf die Schliche kommen. Manchmal sind aber auch Nonnen, Priester und Mönche selbst das Opfer.

Lesen Sie in unserem Artikel zu Urlaubskrimis mehr über das spannende Buch.

Interessant ist übrigens auch, dass sich viele berühmte Krimiautoren, die nicht dafür bekannt sind, sich Kirchenkrimis verschrieben zu haben, religiöser Anleihen bedienen, so etwa Edgar Allan Poe und Arthur Conan Doyle (Autor der »Sherlock Holmes«-Geschichten). 

Von Luther bis Hildegard von Bingen: Krimis mit historischem Personal

Großer Beliebtheit erfreuen sich auch solche Kirchenkrimis, die an historischen Orten spielen und in denen historische Persönlichkeiten vorkommen, die die Geschichte des Christentums geprägt haben. Im Krimiroman »Der Fall Hildegard von Bingen« etwa dreht sich alles um die große Universalgelehrte aus dem Mittelalter und einen Mordfall, dessen Wurzeln bis in die Gründungszeit ihres Klosters reichen.
Ebenfalls historisch angelegt ist der so betitelte Luther-Krimi »Aufruhr in Wittenberg« oder auch der Roman »Feuer«, der sich ebenfalls um Reformator Martin Luther dreht. Hochspannend erzählt, erlauben diese Bücher, sich in die Zeit der Handlung hineinzuversetzen. Mit ein wenig Fantasie lassen sie die berühmten Figuren wieder lebendig werden.

Christian Döring von »buecheraendernleben« hat für uns den Luther-Krimi »Aufruhr in Wittenberg« von Autorin Daniela Wander rezensiert. Sein Fazit lautet:

Daniela Wander verknüpft unterhaltsam und gut verständlich die neue Lehre des Reformators Martin Luther mit dem Leben der Menschen im Alltag!

Die ganze Rezension des Romans lesen Sie in seinem Blog.»Aufruhr in Wittenberg«

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Quellen der Abbildungen:

  • © moses. Verlag / black stories – Bibel Edition