Ein Unternehmen der Kirche.

Urlaubskrimi »Der Mond ist aufgegangen ...«

Mord und Totschlag in einer beschaulichen Insel-Kirchgemeinde

Irgendetwas läuft gründlich schief auf der idyllischen Insel Möwewind: Pfarrer Ansgar von Halen wird tot aufgefunden. Während die Polizei davon ausgeht, dass es ein Unfall war, ahnen Organist Fritjof Harmsen und Jugendfreundin Svea Norden Böses. Sie glauben nicht daran, dass der Pfarrer durch einen unglücklichen Zufall ums Leben kam – vielmehr sind sich beide sicher: es war Mord. Als auch noch eine zweite Leiche gefunden wird, fangen die beiden an, auf eigene Faust zu ermitteln. Statt des erholsamen Kuraufenthalts beginnt für die angereiste Svea und den Inselbewohner Fritjof nun eine spannungsgeladene Verbrecherjagd...

Kirchenkrimi und Urlaubskrimi gleichermaßen

»Der Mond ist aufgegangen«Es ist das erste Buch von Autorenteam Christhard Lück und Andrea Timm. Beide wollten immer schon einen Krimi schreiben – und das gelungene Ergebnis liegt nun vor. »Der Mond ist aufgegangen ...« ist ein Buch geworden, das als beschwingt erzählte Urlaubslektüre daherkommt: eine beschauliche Insel, Sandstrände, Ferienstimmung – in der Tat hat die Geschichte unter der Oberfläche aber christlich-religiösen Tiefgang. Kein Wunder, denn Lück ist eigentlich Professor für evangelische Theologie, Timm arbeitete jahrelang aktiv u.a. als Jugendgruppenleiterin in der katholischen Kirche mit. Trotzdem, so betonen beide, richtet sich der Roman an Christinnen und Christen wie an Lesende ohne kirchliche Anbindung gleichermaßen.

Dieses Anliegen spiegelt sich auch in der Wahl der Figuren des Krimis wider – es ermitteln ein Organist und eine Kurgästin, die mit Glaube und Kirche sonst wenig verbindet. Und das erste Opfer ist ausgerechnet der katholische Pfarrer.

Verhandelt werden innerhalb von Glaubensleben und Glaubenspraxis, die sich ebenso wie die Mordgeschichte durch den Roman ziehen, Werte wie Schuld, Sühne und Vergebung. Werte, die zentrale Begriffe des christlichen Glaubens sind – die aber mit einer zusätzlichen wichtigen Bedeutungsdimension aufgeladen werden, bringt man sie in Verbindung mit einem Tötungsdelikt, mit Tätern, Opfern und Beobachtern. Nicht umsonst erzählt schon die Bibel von allerhand Kriminalfällen.

All dies eingebettet in die scheinbar friedliche Welt einer abgeschotteten Insel, von der so leicht niemand wegkommt. Umso dringlicher müssen sich die Figuren ihrem Schicksal stellen.

Der Insel-Krimi »Der Mond ist aufgegangen ...« vereint in sich also gleich mehrere Argumente, ihn zu lesen: er ist spannende Detektivstory und unterhaltsame Urlaubslektüre, gewürzt mit einer Prise gelebten christlichen Glaubens. Vivat! hat das Autorenteam Christhard Lück und Andrea Timm interviewt und mit Ihnen über die Arbeit am Buch, seiner Stellung zwischen Urlaubs- und Kirchenkrimi und ihre weiteren Buchpläne gesprochen:

»Menschen wie ›Du‹ und ›Ich‹ in ihren Licht- und Schattenseiten« – die Autoren im Interview zu ihrem Roman »Der Mond ist aufgegangen ...«

Vivat!-Redaktion: Sie haben den Kriminalroman gemeinsam erdacht und geschrieben. Wie kann man sich den Schreibprozess praktisch vorstellen?

Andrea Timm:  Da wir divergierende Arbeitszeiten haben, ergab es sich wie von selbst, dass wir zu verschiedenen Tageszeiten schrieben. Jedes Textstück ist immer wieder per Mail hin und her gewandert und  so oft verändert und korrigiert worden, bis wir beide mit der Szene zufrieden waren. Witzig war, was dabei so alles mit in die Geschichte mit hinein fließt. Ich habe gemerkt, dass ich extrem wetterabhängig bin und es gerne regnen lasse, wenn der Ausblick aus dem Fenster tropfnass ist. Und immer, wenn Christhard Lück einem unserer Charaktere Kopfschmerzen angedichtet hat, habe ich ihn gefragt, ob es ihm gut gehe.

Autorenduo Christhard Lück und Andrea TimmChristhard Lück: Obwohl wir auf Nachbarschaft wohnen, haben wir uns in der Zeit kaum gesehen. Mit Andrea Timm kann man hervorragend zusammen arbeiten. Sie kann unglaublich gut Dialoge schreiben und sich in Personen einfühlen.

Timm: An der einen oder anderen Stelle hat sicher jeder von uns mal einen Kompromiss gemacht, aber insgesamt hat das Werk dadurch gewonnen, dass wir uns sehr gut ergänzt haben. Christhard Lück hat so viele Ideen, dass das locker für mehr als ein Buch reicht. Unser nächstes Projekt wird also kommen!

Lück: Manche Idee wurde tatsächlich auf Band zwei oder drei verschoben. Wir können aber schon verraten: Viele uns lieb gewordene Personen kommen wieder vor. Am umstrittensten ist zwischen uns, wie es mit Svea und Fritjof weitergeht. Gibt es ein Happy End?

Vivat!: Welche Dinge lagen Ihnen beim Schreiben besonders am Herzen?

Lück: Sich einen Hauptplot und mehrere Nebenplots auszudenken, die sich am Schluss zu einer Einheit zusammenfügen. Auch die Erfindung liebenswerter, skurriler Romanfiguren hat mir große Freude bereitet. Wie im richtigen Leben weisen alle Figuren Licht- und Schattenseiten auf. Das war uns wichtig. Untergründig beschäftigt sich der Krimi auch mit Fragen um Schuld und Sühne, Sehnsucht und Hoffnung, Rechtfertigung und Vergebung. Er stellt so etwas wie ein Stück geronnener Alltagstheologie dar – und kann somit also Menschen mit und ohne kirchliche Bindung ansprechen.

Timm: Am meisten Freude machen mir die Überraschungen. Begonnen haben wir mit einer bunten Sammlung von Ideen. Dazu kam eine Riege verschiedenster Charaktere, und los ging's. Was dann passiert ist, war für mich erstaunlich und faszinierend zugleich: Die Figuren entwickelten ein Eigenleben, reagierten in manchen Situationen anders als geplant und veränderten sich im Laufe der Handlung. Damit dann weiterzuarbeiten, macht wirklich Spaß. Wir hatten zum Beispiel erst einen anderen Täter, aber diese Person ist uns dann so sehr ans Herz gewachsen, dass wir das ändern mussten.

Vivat!: Ihr Team besteht aus einer katholischen Autorin und einem evangelischen Autor – hat diese Kombination auch den Roman beeinflusst?

Timm: Ganz zu Beginn unserer Ideensammlung stand bereits die Frage, wie Ökumene in einer lokal so abgeschlossenen Einheit wie einer Insel funktionieren kann. Christhard Lück und ich haben in der Zeit viel über diese Thematik diskutiert und unsere Erfahrungen reflektiert. Wir kamen zu der Überzeugung, dass es meist an den konkreten Personen vor Ort liegt, wie es läuft. Wie sind die Machtverhältnisse in einer Gemeinde? Wer kann begeistern? Da nun der katholische Pfarrer ermordet wird, stellt sich dann vor diesem Hintergrund die Frage, wo das Motiv zu suchen ist – in der Rivalität der Konfessionen oder in der Persönlichkeit?

Lück: Konfessionelle Eigenheiten und Besonderheiten zeigen sich im Buch bei der gottesdienstlichen Liturgie, den Festen im Jahreskreis und der Heiligen- bzw. Marienverehrung. Bei manchen Romanfiguren treten zudem inhaltliche Akzente der eigenen Konfession und mögliche Zerrbilder bzw. Karikaturen der anderen Konfession zu Tage. Gleichzeitig ist es so, dass auf der Insel Möwewind die innerevangelischen und innerkatholischen Differenzen meist größer sind als die zwischen den jeweiligen Konfessionen. Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen stehen heute in einer säkularisierten respektive religiös pluralisierten und individualisierten Welt näher zusammen denn je. Der Konfessionalismus früherer Tage ist antiquiert. Gott sei Dank!

Vivat!: Warum gerade ein Krimi mit Figuren und Setting aus dem Umkreis der Kirche?

Lück: Uns ging es weniger um die Vermittlung christlicher Moralvorstellungen anhand von Figuren aus einem binnenkirchlichen Milieu oder Spektrum, sondern darum Menschen wie dich und mich zu zeigen. Konkret: In unserem Kriminalroman kommen neben Personen aus dem Umkreis der Kirche sehr bewusst viele Menschen des alltäglichen Lebens vor. So ist die Protagonistin unseres Buches, Svea Norden, von Beruf Kinder- und Jugendpsychologin und hat nach frustrierenden (Lebens- und Glaubens-)Erfahrungen mit Gott und Kirche zunächst einmal rein gar nichts zu tun. Durch ihren ehemaligen Schulfreund und »Ermittlerkollegen« Fritjof Harmsen lernt sie Kirche und den christlichen Glauben dann noch einmal von einer anderen Seite kennen. Ähnlich wie in den wunderbaren Gleichnissen des Jesus von Nazareth (vgl. z.B. Lk 10,29–35: Der barmherzige Samariter oder Lk 15,11–32: Der verlorene  Sohn) wird also nicht künstlich zwischen einem geistlichen und einem weltlichen Bereich getrennt, sondern es wird davon ausgegangen, dass Gott auch heute noch in verschiedenste Bereiche des Lebens hinein wirkt und Menschen zum Glauben und zur Liebe befähigt.

Timm: Darüber, dass wir einen Kirchenkrimi schreiben wollten, waren wir uns von Anfang an einig. Aber das bezog sich in erster Linie auf den Rahmen der Geschichte. Schuld, Sühne, Hoffnung, Rechtfertigung und Vergebung – diese großen zwischenmenschlichen Themen waren uns unabhängig vom Setting wichtig. Allerdings gewinnt die Frage nach der Vergebung eine andere Tiefe, wenn in einer Geschichte sowohl die Beichte in der Kirche angesprochen wird als auch die innerliche, persönliche Vergebung, die in letzter Konsequenz sehr viel mehr Zeit braucht.

Vivat!: Und warum empfiehlt sich besonders dieser Krimi als Urlaubslektüre?


Timm: Das ist ganz einfach zu beantworten – er spielt auf einer Insel! Der Geschmack salziger Meeresluft, Möwengekreische, ein gutes Glas Wein sowie Zeit für Gedanken, die im Alltag sonst oft keinen Platz haben, bestimmen immer wieder die Atmosphäre des Romans.

Lück: Mir fallen da noch die Fähre, mit der man vom Festland übersetzt, die kilometerlangen Sandstände und die beeindruckenden Inselkirchen ein. Es ist also tatsächlich Urlaub drin in unserem Buch – man kann es unmittelbar fühlen, schmecken, riechen, hören und sehen, wenn man es liest.

Lesen Sie auch den Bericht über das Buch in den »Westfälischen Nachrichten« und ein weiteres Interview mit dem Autorenteam in der »Westdeutschen Zeitung«.

Den Urlaubskrimi »Der Mond ist aufgegangen ...« können Sie ab sofort im Vivat!-Onlineshop erwerben!

Sind Sie auf der Suche nach weiteren spannenden Romanen, die Ihnen die Ferien versüßen können? Neben einer großen Auswahl an Kriminalromanen halten wir im Vivat!-Onlineshop unter anderem auch folgende Urlaubskrimis für Sie bereit:

Eine ausführliche Rezension des Romans finden Sie auf dem Blog »Burnin' Heart Reports« – hier lautet das Fazit: »Der Krimi liest sich leicht und flüssig, erzeugt Spannung und nimmt am Ende einen ungewöhnlichen Verlauf.«