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Jörg Zink – Vordenker und Vorbild

Leben, Wirken und Werke des beliebten Medienpfarrers

Jörg Zink (22.11.1922 – 09.09.2016) erreichte als evangelischer Theologe, Pfarrer und Publizist Millionen von Menschen und wurde mitunter durch seine Tätigkeit als Sprecher des Wortes zum Sonntag, durch seine Bibelübersetzung, der Zink-Bibel, sowie durch seine über 200 Werke und seinen Einsatz für die Friedens- und Ökologiebewegung bekannt.

Kindheit und Jugend

Jörg Zink Biografie - bei Vivat!
Jörg Zink wurde am 22.11.1922 auf dem christlichen Bruderhof »Habertshof« bei Schlüchtern-Elm geboren und auf seinen eigentlichen Namen Georg getauft. Als jüngster von drei Söhnen wohnte er dort mit seiner Familie, die nach dem Prinzip der urchristlichen Gemeinden weitgehend ohne Besitz lebte.
Nachdem seine Mutter Maria Zink (geb. Geiger) 1925 an Auszehrung starb, wurde Jörg bei verschiedenen Verwandten untergebracht. Sein Vater Max Zink heiratete ein Jahr später Martha (geb. Mahle) und holte seine drei Söhne zu sich nach Stuttgart, wo er jedoch 1926 kurz nach der Hochzeit an Tuberkulose verstarb.
Jörg zog mit der neuen Familie nach Ulm, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte, wenn er nicht an Wochenenden und in den Ferien auf der Schwäbischen Alb war und für ihn prägende Bewusstseins- und Naturerfahrungen machte.

Militärdienst


Nachdem Jörg 1939 sein Abitur in Ulm gemacht hatte, wurde er für den Militärdienst eingezogen und machte eine Ausbildung zum Bordfunker in Budweis, Böhmen.
Während seiner Dienstjahre als Bordfunker im 2. Zerstörergeschwader der Luftwaffe von 1942 bis 1945 vertiefte sich Jörg Zink immer mehr in die Welt der Dichtung und lernte hunderte Gedichte auswendig
1944 überlebte er wie durch ein Wunder den Abschuss seines Flugzeugs über dem Atlantik. Als er ein Jahr später eine Ausbildung zum Piloten für Düsenflugzeuge machte, geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft, durfte an Weihnachten 1945 jedoch nach Hause zurückkehren.

Studium


In den Jahren 1946 bis 1950 studierte Jörg Zink evangelische Theologie und Philosophie in Tübingen, wo unter anderem Romano Guardini, Eduard Spranger und Helmut Thielicke seine Dozenten waren.
Am Ende seines Studiums heiratete er in 1950 seine Frau Heidi Daur und zogt gemeinsam mit ihr nach Stuttgart in das Pfarrhaus seiner Schwiegereltern.

Berufsleben und Promotion


Nach seiner Tätigkeit als Vikar in Stuttgart im Jahre 1951 unterrichtete er zwischen 1952 und 1955 als theologischer Lehrer am Tübinger Stift, während er zeitgleich an seiner Dissertation arbeitete.
1955 promovierte Jörg Zink in Hamburg zum Thema »Der Kompromiß als ethisches Problem« bei Helmut Thielicke.
Danach arbeitete er bis 1957 als Gemeindepfarrer in Esslingen am Neckar und wurde zudem als Jugendpfarrer im Esslinger Bezirk tätig.
In den Jahren zwischen 1957 und 1961 übernahm er die Leitung des Burckhardthauses in Gelnhausen und Berlin, das zugleich auch die Zentrale der Evangelischen Kirche in Deutschland für Mädchenarbeit darstellte.
Zudem kümmerte er sich dort um Flüchtlinge aus der »Ostzone« und begann mit der Übersetzung biblischer Texte, da Jugendliche seiner Ansicht nach den Zugang zur Luthersprache nur schwer finden können. 1965 erschien seine eigene Bibelübersetzung, die gemeinhin auch als Jörg-Zink-Bibel bekannt ist. Im Jahre 1969 begann seine langjährige Mitarbeit für die Deutschen Evangelischen Kirchentage, bis 2011, wo er ab 1970 auch regelmäßig als Redner auftrat und zumeist morgendliche Bibelarbeiten gestaltete. Für sein Lebenswerk erhielt er 2004 den Predigtpreis des Verlags der Deutschen Wirtschaft.

Fernsehbeauftragter im Süddeutschen Rundfunk


Jörg Zink war in den Jahren 1961 bis 1980 als Fernsehbeauftragter der Württembergischen Landeskirche im Süddeutschen Rundfunk tätig, wo er sich in den Bereichen Presse, Bild, Ton und Film betätigte und sich auch auf vielen Gebieten als Vorreiter erwies. So sprach er das »Wort zum Sonntag« in der ARD insgesamt über 100 Mal, arbeitete aktiv an Spielfilmen sowie an der Gestaltung von Radiosendungen mit. Zahlreiche seiner Gottesdienste wurden im Radio und Fernsehen übertragen. Dreharbeiten seiner Dokumentarfilme führten ihn zahlreiche Male in den nahen Osten, woraus auch mehrere Diaserien entstanden.

Engagement für Politik und Umwelt


Ab 1980 engagierte sich Jörg Zink nicht nur öffentlich, sondern auch politisch als einer der wichtigsten Sprecher für die Friedens- und Ökologiebewegung und wurde im selben Jahr Gründungsmitglied der Partei »Bündnis 90/Die Grünen«. Für sein Engagement wurde er sowohl 1983 mit dem Bundesnaturschutz-Preis ausgezeichnet als auch 2015 von Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit dem Ehrentitel Professor geehrt.

Zeit des Schreibens


In den Jahren von 1980 bis zu seinem Tod 2016 widmete sich Jörg Zink verstärkt dem Schreiben. 1983 ließ er sich sogar als Pfarrer der Württembergischen Landeskirche beurlauben, um unabhängig wirken zu können. Bis zu seiner Pensionierung arbeitete er als freier Publizist und verfasste zahlreiche theologische Bücher, in denen er sich nicht nur für eine politische Mystik, sondern auch für ein glaubwürdiges Christentum und eine erlebbare Spiritualität aussprach. Daneben waren Themen wie der direkte Zugang zu Jesus und der interreligiöse Dialog für ihn von Bedeutung. Neben diesen größeren Werken standen in Jörg Zinks Sammlung von über 200 geschriebenen Büchern auch kleinere Werke mit spirituellen Gedanken für den alltäglichen Gebrauch. Dabei wurden viele darunter mit Fotografien verlegt, die Jörg Zink selbst gemacht hatte.

Werke


Die über 200 von Zink verfassten Sachbücher erzielten eine Auflage von weit über 20 Millionen Exemplaren. Dabei wird besonders auch der Jörg-Zink-Bibel viel Beachtung geschenkt, die 1965 veröffentlicht wurde. Seinem Ziel entsprechend, Biblisches und Theologisches verständlich auszudrücken, verfasste er mit ihr eine Übersetzung der Bibel in ein zeitgemäßeres Deutsch.


Schauen Sie doch einmal in der Rubrik »Christliche Autoren« auf Vivat! in der Kategorie »Jörg Zink« vorbei! Hier werden Sie zahlreiche seiner Werke wie die Jörg-Zink-Bibel oder das Buch »Wie wir beten können« entdecken.

Quellen und weiterführende Literatur