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Die neue Einheitsübersetzung

Zeitgemäße Bibel-Übersetzung für Katholiken

Die Katholiken im gesamten deutschsprachigen Raum haben mit der neuen Einheitsübersetzung eine neue und zeitgemäße Ausgabe der Bibel bekommen. Am 20. September 2016 hat der emeritierte Erfurter Bischof Joachim Wanke die Neufassung der Heiligen Schrift auf der Vollversammlung der Bischöfe in Fulda vorgestellt. Zehn Jahre lang haben zahlreiche Theologen und Bibelwissenschaftler an der Revision der Einheitsübersetzung von 1979 gearbeitet.

Sie haben sich bei der Revision eng am Urtext der Bibel orientiert und auch neue Ergebnisse der Sprachwissenschaft und Archäologie in die Übersetzung einfließen lassen.

EinheitsübersetzungEntstanden ist dabei keine komplette Neuübersetzung, sondern eine »moderate Revision«, wie Altbischof Wanke die neue Einheitsübersetzung nennt. Die Revisoren haben bei ihrer Arbeit besonders darauf geachtet, dass der Charakter der bisherigen Bibelausgabe so weit wie möglich gewahrt wurde. Dennoch wurde bei der Überarbeitung des gesamten Bibeltextes jeder Satz auf den Prüfstand gestellt und dabei die Anforderungen einer sowohl kommunikativen als auch liturgischen Übersetzung berücksichtigt:

  • Die Einheitsübersetzung als kommunikativer Text soll bei den Lesern die Wirkung erzielen, die auch die Urtexte erreichen wollten.
  • Die Bibelfassung muss auch für die Liturgie passen, gut les- und hörbar sein.
  • Feste und und beliebte Bibeltexte sowie Gebete sollen nicht verändert werden.

Ab Mitte Dezember 2016 werden die ersten Ausgaben der neuen Einheitsübersetzung, die im Katholischen Bibelwerk erscheinen, im Handel erhältlich sein. Zahlreiche weitere Ausgaben in unterschiedlicher Austattung werden ab Februar 2017 folgen.

Die Neuausgabe der Einheitsübersetzung gibt es in folgenden Formaten:

  • Standardausgabe im Format 15 x 21,5 cm
  • Kompaktausgabe im Format 12 x 18 cm
  • Taschenausgabe im Format 8 x 16,7 cm
  • Großdruckausgabe im Format 17 x 24 cm
  • Teilausgaben in unterschiedlichen Formaten.

Alle Bibeln mit Ausnahme der Teilausgaben sind zweifarbig mit der Schmuckfarbe Rot gestaltet und enthalten Einführungen in jedes biblische Buch, Zwischenüberschriften, Anmerkungen, Verweisstellen, einen Anhang mit Stichwort- und Personenregister, eine Zeittafel mit Sacherläuterungen sowie 9 Karten.

Darüberhinaus gibt verschiedene Sonderausstattungen wie z. B. Ausgaben mit Reißverschluss, Bibeln mit Familienchronik, eine illustrierte Bibel mit Bildern der von Marc Chagall gestalteten Glasfenstern, verschiedenfarbige Einbände und unterschiedliche Einbandmaterialien.

Alle Ausgaben der neuen Einheitsübersetzung und viele weitere Bücher rund um die Heilige Schrift finden Sie im Vivat!-Onlineshop.

Warum heißt die Bibelausgabe Einheitsübersetzung?

Als Einheitsübersetzung wird die katholische Bibelausgabe bezeichnet, die in den deutschsprachigen Bistümern in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Lüttich und Bozen-Brixen in Liturgie, Seelsorge, Familie und Schule gebräuchlich ist.

Die erste Fassung der Einheitsübersetzung entstand aus den Impulsen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Es sollte eine offizielle, praxistaugliche Bibelübersetzung für das gesamte deutsche Sprachgebiet erarbeitet werden. Als Grundlage diente dabei nicht mehr wie bisher üblich der lateinische Bibeltext, die Vulgata, sondern die hebräischen, aramäischen und griechischen Urtexte.

Mitunter wird irrtümlich angenommen, dass es sich bei der Einheitsübersetzung um eine einheitliche Bibel für katholische und protestantische Christen handelt. Die Psalmen und das Neue Testament der Bibelfassung von 1979 entstanden unter der Beteiligung evangelischer Exegeten. Die Texte fanden auch in ökumenischen Gottesdiensten Anwendung. Bei der Revision der Einheitsübersetzung hat sich die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) aus verschiedenen Gründen jedoch dazu entschieden, sich nicht mehr an der Überarbeitung zu beteiligen.

Welche Unterschiede gibt es zur Einheitsübersetzung von 1979?

Für die Überarbeitung der Bibeltexte wurden genaue Kriterien formuliert. Die Einheitsübersetzung als Textgrundlage sollte anhand der aktuellen Erkenntnissen der Forschung zu den Urtexten überprüft werden. Falsche Übersetzungen und sachliche Fehler wurden korrigiert, hinzugefügte Textstellen, die nicht in den Urtexten stehen, wurden entfernt sowie ausgelassene Texte wieder hinzugefügt. Außerdem wurden bestimmte Begriffe und Euphemismen dem aktuellen Sprachgebrauch angepasst, biblische Sprachbilder und Metaphern deutlicher formuliert.

So gibt es Textstellen, die gar nicht oder nur gering geändert werden mussten, oder auch vollständig neu formuliert wurden. In manchen Büchern der Heiligen Schrift fallen die Änderungen kaum auf, an anderen Stellen wie im Buch der Psalmen sind sie auf den ersten Blick zu erkennen. Die Orientierung am Urtext führte teilweise zur kompletten Neuübersetzung ganzer Bücher wie z. B. dem Buch Jesus Sirach.

Beispiele für Änderungen in der neuen Einheitsübersetzung

  • Bisher war in der Einheitsübersetzung der Gottesname »Jahwe« gebräuchlich. Er wurde in allen Büchern durch das Ersatzwort »HERR« ersetzt. Dieses Wort wird in der kirchlichen Tradition schon immer als Gottesname verwendet. Dies ist auch ein wichtiges Zeichen für den jüdisch-christlichen Dialog, da Juden den Namen »JHWH« nicht aussprechen dürfen.
  • Zu den neuen Erkenntnissen der Bibelforschung gehört beispielsweise eine Änderung im Römerbrief (Röm 16,7). Hier grüßt Paulus nicht mehr wie bisher den Junias, sondern die Apostelin Junia, die er als herausragend bezeichnet.
  • Eine modernere Sprache zeigt sich in Formulierungen wie der »ebenbürtigen Hilfe«, welche Adam mit Eva hat, oder Elisabeth und Maria, die »schwanger werden« und nicht mehr »empfangen«. Auch das Wort »betroffen« wird dem Kontext entsprechend neu mit »staunen« übersetzt.
  • Die stärkere Berücksichtigung der Lebenswelt, in welcher die biblischen Texte entstanden sind, wird in den Apostelbriefen deutlich. Die griechische Anrede »adelphoi« wurde bislang mit »Brüder« übersetzt. Die Revisoren interpretierten diese Anrede an den Stellen, an denen sowohl Männer als auch Frauen angesprochen werden, als »Brüder und Schwestern«.