Ein Unternehmen der Kirche.

Die Lutherbibel 2017

Zeitgemäße Bibelübersetzung für evangelische Christen

Kurz vor Beginn des Festjahres zu 500 Jahre Reformation ist am 19. Oktober 2016 in einem Festgottesdienst die neue Lutherbibel vorgestellt und den evangelischen Kirchengemeinden in Deutschland übergeben worden. Fast zehn Jahre lang hat eine ca. 70-köpfige Expertengruppe an der revidierten Fassung der Bibel nach Martin Luther gearbeitet. Das Ergebnis ist eine Bibelübersetzung, die sich einerseits am aktuellen Stand der Forschung über die griechischen und hebräischen Urtexte orientiert und sich um eine für heutige Leser gut verständliche Sprache bemüht, andererseits weitgehend zum ursprünglichen Wortlaut des Reformators zurückkehrt.

Seit Martin Luther im Jahr 1534 die erste vollständige Bibelübersetzung veröffentlicht hat, wurde der Text im Lauf der Jahrhunderte immer wieder durchgesehen und geändert. Dabei flossen ebenso neue Erkenntnisse der Bibelforschung als auch Entwicklungen der deutschen Sprache ein. Bei der letzten Revision der Lutherbibel 1984 wurde allerdings nur das Neue Testament überarbeitet.

Das Alte Testament lag in der Version von 1964 vor und die Übersetzung der Apokryphen war auf dem Stand von 1970.  Eine komplette Durchsicht der Bibel war nötig, da der Text oftmals nicht mehr dem aktuellsten Forschungsstand entsprach, Fehler in der Übersetzung deutlich wurden und die sprachlichen Unterschiede zwischen Altem und Neuem Testament beträchtlich waren. Aus dem anfänglichen Beschluss des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu einer Durchsicht des Bibeltextes wurde letztendlich eine Revision, da die zu ändernden Stellen zahlreicher waren, als ursprünglich angenommen.

Lutherbibel 2017Was ist neu in der Lutherbibel 2017?

Oberste Priorität bei der Arbeit der Revisoren hatte die genaue Übersetzung anhand der griechischen und hebräischen Urtexte unter Berücksichtigung neuester Erkenntnisse der Bibelforschung. Des Weiteren wurden Begriffe angepasst, die heute nicht mehr verständlich sind oder zu Missverständnissen führen. Eine Modernisierung der Sprache war allerdings ausdrücklich nicht vorgesehen und so wurde bei zahlreichen Textstellen, die bei den Revisionen im 20. Jahrhundert ohne inhaltliche Notwendigkeit geändert wurden, wieder Luthers Originaltext angewandt.

Außerdem wurden auch Ergänzungen und Begleittexte, Überschriften und Landkarten sowie Sacherklärungen überarbeitet.

Reduziert wurde die erheblich gewachsene Zahl der fett gedruckten Kernstellen, wobei jedoch auch neue Texte als Kernstellen gekennzeichnet wurden. Die Schreibweise »herr« als Kennzeichnung des Gottesnamens »JHWH« wurde außerdem beibehalten.

Texte, die im Gedächtnis der Gemeinden tief verankert sind oder häufig im Gottesdienst verwendet werden wie das Vaterunser, die Weihnachtsgeschichte nach Lukas oder Psalm 23 sollten so wenig wie möglich verändert werden.

Insgesamt wurden knapp 40 % der Texte des Alten und des Neuen Testaments geändert, bei den Apokryphen wurden sogar über 80 % der Verse überarbeitet. Die Änderungen reichen dabei von kleinen Anpassungen in der Zeichensetzung oder einzelner Wörter bis hin zu einer komplett neuen Übersetzung.

Luthers Einfluss auf die Entwicklung der deutschen Sprache

Schon vor der Veröffentlichung der Lutherbibel 1534 gab es andere Übersetzungen der Heiligen Schrift. Diese nutzen als Grundlage jedoch den bis dahin verbindlichen lateinischen Text der Vulgata. Martin Luther war der erste, der für seine Übersetzung die griechischen und hebräischen Urtexte verwendete. Waren die bisherigen Übersetzungen gekennzeichnet vom schwerfälligen Stil und der mitunter unverständlichen Sprache der Vulgata.

Luther hingegen gelang eine poetische und bildgewaltige Bibelübersetzung, die  auch für einfache Menschen verständlich war, aber dennoch eine niveauvolle Sprache besaß.

Zahlreiche Redewendungen und Ausdrücke, die heute ganz selbstverständlich benutzt werden, stammen aus der Feder von Martin Luther. Seine Übersetzung der Bibel war ausschlaggebend für die Entwicklung der deutschen Sprache weg von einzelnen regionalen Dialekten und Sprachen hin zum Hochdeutschen als Einheitssprache für alle Deutschen.