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Teresa von Ávila – In inniger Freundschaft mit Jesus

»Die Überschrift meines Lebens sollte lauten: Die Erbarmung Gottes«

Teresa von Ávila - Gemälde von François GerardAls Schutzpatronin Spaniens ist die heilige Teresa von Ávila (1515–1582) dort allseits bekannt und wird von vielen als Nationalheilige verehrt. Teresa von Jesús, wie sie auch genannt wird, ist nicht nur die am meisten gelesene Mystikerin, sondern auch die erste Frau in der Geschichte, die zur Kirchenlehrerin erhoben wurde. Ihr bewegtes Leben ist geprägt von Engagement, tiefer Gottesliebe sowie innerer Zerrissenheit.

Teresa von Ávila hat eine große Hinterlassenschaft an Texten, die von einer fröhlichen Frömmigkeit sowie von ihrer Fähigkeit zeugen, ihre persönlichen, geistlichen Erfahrungen auf unmittelbare wie auch leicht nachzuvollziehende Weise zu vermitteln. Sie lebte ein Leben für den Glauben und teilte ihre Gottesliebe sowie ihre geistig-mystischen Erfahrungen auf humorvolle und lebendige Art und Weise.

Jugendjahre einer Adelstochter

Mit dem gebürtigen Namen Teresa Sánchez de Cepeda y Ahumada kommt die heilige Teresa  als Kind einer reichen kastilischen Adelsfamilie in Ávila auf die Welt. Ihr Vater Alonso Sánchez de Cepeda heiratet nach der ersten Ehe, aus der zwei Kinder entspringen, ein weiteres Mal und bekommt mit seiner neuen Gemahlin Doña Beatriz de Ahumada zehn weitere Kinder, von denen Teresa das dritte ist.
Ihr Großvater väterlicherseits, gebürtiger Jude, konvertiert zum Christentum und erwirbt einen Adelstitel, um ein neues Leben zu beginnen und dem zunehmenden Druck auf die sephardischen Juden in Spanien zu entgehen. Teresa wächst glücklich und behütet auf. Sie genießt eine sehr religiöse Erziehung durch ihre gebildeten und wohltätigen Eltern. Zwei Jahre nach dem Tod Ihrer Mutter wird die 16-jährige Teresa zur weiteren Erziehung in das Kloster der Augustinerinnen Santa María de la Gracia in Ávila geschickt, das sie 18 Monate später krankheitsbedingt wieder verlassen muss.

Gottesliebe und Angst vor Ehe und Hölle

Auf dem Rückweg zur Genesung bei ihrer Schwester macht Teresa einen Zwischenstop bei ihrem Onkel, wo sie auf einige Bücher und darunter auch auf Briefe des Kirchenvaters Hieronymus stößt, die sie prägen sowie ihre Berufswahl und weiteren Lebensweg beeinflussen werden.
Gegen den Willen ihres Vaters entscheidet sich die zwanzigjährige Teresa dazu, in den Karmel von der Menschwerdung in Ávila einzutreten. Ihre Beweggründe sind neben tiefer und aufrichtiger Gottesliebe auch die zu dieser Zeit verbreitete Angst vor der Hölle sowie die Weigerung, sich in die benachteiligte Position einer verheirateten Frau zu begeben.

Transverberation der Teresa von Ávila - BerniniInnere Zerrissenheit und Geistliche Erfahrungen

Schwere Krankheit und religiöse Krisen

Wenige Jahre nach Eintritt in den Karmeliten-Orden erkrankt Teresa so schwer, dass sie in eine dreitägige todesähnliche Starre fällt und für tot gehalten wird. Es waren bereits Totengebete für sie gesprochen worden sowie ein Grab ausgehoben, als sie wieder aus dieser Starre erwachte. Die nächsten drei Jahre ist Teresa dennoch mehr oder weniger gelähmt.

Als es ihr allmählich besser geht, gerät Teresa in eine religiöse Krise, in der sie das »innere Beten« aufgibt, welches sie auch ein »Verweilen bei einem guten Freund« zu nennen pflegt. Grund ihrer Krise ist die Überzeugung, zu schlecht dafür zu sein. Erst ein Gespräch mit Pater Vicente Barrón OP, den sie beim Tod ihres Vaters kennenlernt, hilft ihr dabei, sich von diesem Irrtum zu befreien und wieder zu beten.

Ein spirituelles Erlebnis löst den inneren Konflikt

Nachdem sich Teresa weitestgehend erholt hat, nimmt sie, meist auf Anordnung der Oberen, wieder am regen gesellschaftlichen Umgang im Kloster teil, welches sie jedoch auch von ihrer geahnten Berufung ablenkt. Sie spürt den inneren Konflikt immer stärker und fühlt sich hin und her gerissen zwischen eitlen Interessen und dem Bedürfnis, sich ganz und gar auf Gott einzulassen.

Diese Zerrissenheit quält sie lange Zeit, wie Teresa von Ávila später in ihrer Autobiographie schreibt, und löst sich erst auf, als sie eine tiefe spirituelle Erfahrung der Liebe Gottes macht, während sie eine kleine Statue eines Schmerzensmannes betrachtet. Ab diesem Erlebnis macht Teresa weitere spirituelle Gebetserfahrungen und berichtet von Visionen, die sie zu Beginn noch ängstigen, jedoch  von kundigen Jesuiten und Dominikanern aufgeklärt werden und dadurch ihren Schrecken für sie verlieren.

Peter Paul Rubens Gemälde von Teresa von ÁvilaFür eine Reform des Karmeliter-Ordens

Sechs Jahre später soll Teresa von Ávila eine weitere spirituelle Erfahrung gemacht haben, die sie als eine Art »Höllenvision« beschreibt. Neben der damaligen Vorstellung von der Hölle war darin die Erkenntnis des umsonst geschenkten Erbarmen Gottes zentral, die zur Folge hatte, dass Teresa den Wunsch nach einem konsequenter gelebten Glauben entwickelte.
Mit diesem Hintergedanken beruft sie kurz darauf mit einigen Verwandten und Freundinnen in ihrer Klosterzelle die sogenannte »Gründungssitzung« ein, in welcher der Wunsch geäußert wird, eine Gemeinschaft in der Tradition der »Descalzos«, also der »Unbeschuhten« zu gründen, wie Gefolgsleute von Reformbewegungen innerhalb ihrer jeweiligen Orden bezeichnet wurden.
Mit der Unterstützung des Bischofs von Ávila gelingt es Teresa, eine Erlaubnis von Papst Pius IV zu erhalten und zwei Jahre später ihre erstes Kloster zu gründen. Darin sollen wieder die ursprünglichen Ordensregeln der Loslösung von der Welt, des Bußgebets sowie der Armut im Sinne des heiligen Albert von Jerusalem befolgt werden. Dank ihres großen Engagements und ihres ehrgeizigen Reformgeistes folgen dem ersten Kloster der »Unbeschuhten Karmelitinnen« noch 16 weitere. In enger Zusammenarbeit mit Johannes vom Kreuz wird Teresa von Ávila zudem auch Gründerin der männlichen Sektion des Teresianischen Karmels.

Verehrung in der katholischen Kirche

Bereits 32 Jahre nach ihrem Tod wird Teresa in 1614 seliggesprochen und in 1617 zur Schutzpatronin Spaniens ernannt. Nur acht Jahre später, in 1622, wird sie heiliggesprochen. Am 27. September 1970 wird Teresa von Ávila als erste Frau zur Kirchenlehrerin erhoben. Oft wird sie auch als Schutzpatronin der Schachspieler und der spanischen Schriftsteller verehrt.

Aufmunternde Weisheiten von Teresa von Ávila

Teresa von Ávila »Gott ist auch zwischen den Töpfen«Die zahlreichen erhaltenen Texte Teresas von Ávila beweisen, dass sie es verstand, ihren Glauben sowie ihre Gottesliebe auf erfrischende und enthusiastische Weise zu teilen. In dem kleinen Büchlein »Gott ist auch zwischen den Töpfen« finden sich zahlreiche Mutmach-Impulse, die deutlich machen, dass mit einer ordentlichen Portion Gottvertrauen vieles leichter fällt.

Ermutigend und voller lebensnaher Weisheiten machen die geistlichen Impulse Teresa von Ávilas Optimismus erfahrbar und geben dabei wertvolle Anstöße, wie man Gott auch in den kleinen Erlebnissen des Alltags begegnen kann. Das liebevoll gestaltete Buch enthält neben den inspirierenden Zitaten auch viele farbenfrohe Landschaftsaufnahmen aus ihrer kastilischen Heimat, die Teresa von Ávilas Gedanken ästhetisch abrunden.

Das gebundene Buch hat 128 Seiten und misst 11 x 16 cm.

Weitere Informationen zu Teresa von Ávila finden Sie hier:

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