Ein Unternehmen der Kirche.

Die Ikonenmalerei

Form und Merkmale

Hintergrund zur Ikonenmalerei

Häufig werden Ikonen als Christusikonen (bspw. Christus Pantokrator), Marienikonen (oft als Theotokos-Darstellungen) und Apostel- bzw. Heiligenikonen dargestellt. In der Orthodoxie werden auch viele Persönlichkeiten des Alten Testaments als Heilige verehrt und werden aus diesem Grund ebenfalls auf Ikonen dargestellt. Zudem finden bestimmte Szenen aus der Bibel (bspw. die Auferstehung Jesu), dem Leben der Heiligen oder typologische Gruppierungen ihre Wiedergabe als Hetoimasia, Deesis, Verklärungs- oder Dreifaltigkeitsikone.

Darstellungsmerkmale in der Ikonenmalerei

Panagia - Ikone - Ikonenmalerei

  • In der mittelalterlichen byzantinischen Ikonografie sind Motive und Typen fest vorgegeben (Bilderkanon). Es werden in der Regel existierende Ikonen als Malvorlage verwendet.
  • Neue Ikonen werden immer gemäß der Ikonografie bestehender Ikonen bzw. nach den Vorgaben des Kanon (Gestik, Mimik, Farbgebung usw.) angefertigt.
  • Figuren auf Einzelikonen sind häufig frontal und axial dargestellt, um eine unmittelbare Beziehung zwischen Bild und Betrachter herzustellen.
  • Die Personendarstellung ist bei alten Malstilen stringent zweidimensional gehalten, womit der Abbildcharakter einer Ikone betont werden soll. Seit dem Barock gibt es allerdings auch als kirchenrechtlich rechtmäßig zu verehrende Ikonen in naturalistischer Manier.
  • Der Hintergrund ist auf mittelalterlichen Ikonen in der Regel goldfarben (nur selten in Silber). Dieser goldfarbene Hintergrund soll den Himmel bzw. das »göttliche Licht« symbolisieren. Serbische Ikonen zeigen oft einen blauen Hintergrund, griechische verschiedene Farbgründe.
  • Die Farben, die relative Größe der Figuren, ihre Positionen sowie die Perspektive des Hintergrunds sind im Mittelalter nicht realistisch dargestellt, sondern haben symbolische Bedeutung.
  • Die dargestellten Personen auf einer Ikone werden durch Beischriften (Kürzel) in der jeweiligen Sprache (bspw. griechisch, russisch, altslawisch) betitelt, um auf diese Weise sicherzustellen, dass der Bezug auf eine reale Person erhalten bleibt und sich die Verehrung der Ikone nicht verselbstständigt. Erst aufgrund der Beschriftung wird eine christliche Ikone zur richtigen Ikone.
  • Die Ikonenmalerei wird als ein religiöses Handwerk gedeutet, weshalb auch das Wort »hagiographia«, also Heiligenschreiberei, der Herstellung einer Ikone näher kommt. Beim Ikonenschreiben wird der Schreibende als »Werkzeug Gottes« betrachtet. Ikonen werden meistens von Mönchen, anonymen Künstlern oder in Manufakturen oder Malschulen von mehreren Künstlern gemalt. Der Tradition nach werden sie nicht signiert.

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  • Bild: Die Panagia (Allerheilige) als griechische Ikone, www.goarch.org