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Der Rosenkranz und seine Bedeutung

Zu den bekanntesten Gebetsformen in der katholischen Kirche gehört sicherlich der Rosenkranz. Wie aber ist er entstanden, welche Bedeutung hat er und wie wird er eigentlich richtig gebetet? Wir wollen diesen Fragen hier etwas auf den Grund gehen

Was ist der Rosenkranz?

Unter dem Rosenkranzgebet ist ein rituelles Gebet zu verstehen, das mit Hilfe einer Gebetskette, auf der 59 Perlen aufgereiht sind, vollzogen wird. Dabei wird das Leben Jesu mit den Augen Marias betrachtet. Die Herkunft des Wortes liegt im lateinischen Begriff »rosarium« begründet, der mit »Rosengarten« übersetzt wird. Das Wort »rosarium« wurde später auf die Gebetsschnur übertragen und erscheint im 15. Jahrhundert erstmals mit seiner deutschen Bezeichnung »Rosenkranz«.
In der Tradition der Kirche symbolisieren die Rosengewächse von alters her die Gottesmutter Maria. Der Name Rosenkranz leitet sich schließlich von der Auffassung ab, dass die Gebete und Anrufungen ein Kranz zur Ehre der Gottesmutter Maria seien.

Wie ist der Rosenkranz entstanden?

Legende

Nach alter Überlieferung soll der heilige Dominikus (Gründer des Predigerordens der Dominikaner) bei einer Marienerscheinung im Jahre 1208 die heutige Form des Rosenkranzes 1208 empfangen und anschließend in seinem Orden eingeführt haben. Dabei habe Maria den Rosenkranz Dominikus als Waffe im Kampf gegen die Albigenser (einer antikirchlichen Ketzerbewegung) geschenkt.

Wissenschaftliche Erklärung

Die Forschung geht allerdings eher davon aus, dass sich das Rosenkranzgebet aus den frühmittelalterlichen Gebeten nach und nach zu seiner heutigen Form entwickelt hat. Die heutige Form des Rosenkranzes entstand wohl im Advent 1409 durch den Trierer Kartäusermönch Dominikus von Preußen, der die Ereignisse des Lebens Jesu in 50 Schlusssätzen zusammenfasste, die sich an den ersten Teil des Ave Maria anschlossen. Diese Schlusssätze wurden etwas später von dem Kartäuser Adolf von Essen auf 15 verkürzt und im Jahr 1508 wurde dem Ave Maria schließlich der Schluss-Satz »Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns …« angefügt. Der endgültige Text des Ave Maria wurde von Papst Pius V. am 17. September 1569 festgelegt und die Form des Rosenkranzgebets offiziell geregelt.

Wie funktioniert das Rosenkranzgebet?

Der Rosenkranz ist eine Gebetskette mit einem Kreuz und 59 Perlen. Letztere sind in fünf Gruppen zu jeweils zehn kleinen und einer großen Perle aufgeteilt. Schließlich befindet sich am freien Teil des Rosenkranzes ein Kreuz. Diese Anordnung sowie die Zahl der Perlen sollen den Gläubigen dabei helfen in der richtigen Reihenfolge zu beten.

Reihenfolge der einzelnen Gebete

as Rosenkranzgebet wird an der am Kranz befestigten Kette, die mit einem Kreuz und drei kleinen Perlen (von zwei großen Perlen eingerahmt) versehen ist, eröffnet (Glaubensbekenntnis, Ehre sei dem Vater, Vaterunser, drei Ave Maria und Ehre sei dem Vater). Die Reihenfolge der Einleitung als Übersicht:

    • Große Perle:
      Glaubensbekenntnis
      Ehre sei dem Vater
      Vater Unser
    • 3 kleine Perlen:
      jeweils ein „Ave Maria“ mit folgenden Einschub: „Jesus, …“
      … der in uns den Glauben vermehre
      … der in uns die Hoffnung stärke
      … der in uns die Liebe entzünde
    • Große Perle:
      Ehre sei dem Vater
      Vater Unser
    • Dann folgen auf der Kette fünfmal zehn kleinere Perlen (für die Ave Maria) und eine davon abstehend große (für das Vaterunser und Ehre sei dem Vater). Ein Gesätz besteht aus einem »Vaterunser«, zehn »Ave Maria« und einem »Ehre sei dem Vater«.
    • 10 kleine Perlen:
      10 Ave Maria (mit dem Einschub des 1. Geheimnis)
    • Große Perle:
      Ehre sei dem Vater
      Vater Unser
    • 10 kleine Perlen:
      10 Ave Maria (mit dem Einschub des 2. Geheimnis)
    • Große Perle:
      Ehre sei dem Vater
      Vater Unser
    • 10 kleine Perlen:
      10 Ave Maria (mit dem Einschub des 3. Geheimnis)
    • Große Perle:
      Ehre sei dem Vater
      Vater Unser
    • 10 kleine Perlen:
      10 Ave Maria (mit dem Einschub des 4. Geheimnis)
    • Große Perle:
      Ehre sei dem Vater
      Vater Unser
    • 10 kleine Perlen:
      10 Ave Maria (mit dem Einschub des 5. Geheimnis)
    • Zum Ende des Rosenkranzgebetes wird noch ein „Ehre sei dem Vater“ gebetet.

An einigen Orten ist es Brauch am Ende eines jeden Gesätzes zusätzlich noch das so genannte Fatimagebet („O mein Jesus, verzeih …“) zu verrichten, das jedoch kein offizieller Bestandteil des Rosenkranzgebets ist.

Die verschiedenen Geheimnisse des Rosenkranz

Offiziell gibt es insgesamt vier verschiedene Geheimnisse zu jeweils fünf Formulierungen, die betrachtet werden können: die freudenreichen, schmerzhaften, glorreichen sowie die lichtreichen Geheimnisse. Ein vollständiges Rosenkranzgebet (fünf Gesätze) beinhaltet das Gebet eines dieser Geheimnisse mit jeweils fünf Formulierungen. Hier eine Übersicht zu den Geheimnissen:

      • Freudenreiche Geheimnisse:
        (über Geburt und Kindheit)
        1. Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast.
        2. Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast.
        3. Jesus, den du, o Jungfrau, geboren hast.
        4. Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast.
        5. Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast.
      • Lichtreiche Geheimnisse:
        (über das öffentliche Wirken Jesu)
        1. Jesus, der von Johannes getauft worden ist.
        2. Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat.
        3. Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat.
        4. Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist.
        5. Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat.
      • Schmerzhafte Geheimnisse:
        (über Leiden und Sterben)
        1. Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat.
        2. Jesus, der für uns gegeißelt worden ist.
        3. Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist.
        4. Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat.
        5. Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist.
      • Glorreiche Geheimnisse:
        (über die Auferstehung)
        1. Jesus, der von den Toten auferstanden ist.
        2. Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist.
        3. Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat.
        4. Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat.
        5. Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat.

Das Beten aller 20 Geheimnisse am Stück wird als so genannter Psalter bezeichnet. Wird der ganze Psalter gebetet, so entfallen die Einfürhungsgebete und es wird bei Beendigung des einen Rosenkranzes direkt beim „Vater Unser“ und den nächsten fünf Geheimnissen begonnen.
Weitere nützliche Informationen rund um das Rosenkranzgebet finden Sie übrigens unter www.rosenkranzgebete.de sowie unter www.rosenkranz-beten.de.

Quellen: