Ein Unternehmen der Kirche.

Hildegund von Schönau

20. April

Die heilige Hildegund (ahdt. »Kämpferin«) von Schönau wurde um 1170 in Neuß bei Köln als Tochter eines Ritters geboren. Nach dem frühen Tod der Mutter nahm sie der Vater um 1183 mit zu einer Pilgerfahrt nach Jerusalem. Um sie vor Zudringlichkeiten zu schützen, kleidete er sie als Knabe und nannte sie Joseph. Auf der Rückreise starb der Vater. Von den Mitreisenden, denen sie ihr Vater noch anvertraut hatte, der Reisekasse beraubt, schlug sie sich allein vom Orient nach Hause durch. Glücklich zurückgekehrt behielt sie Namen und Kleidung bei und trat um 1185 in das Zisterzienserkloster Schönau bei Heidelberg ein. Hier lebte Joseph-Hildegund unauffällig, doch eifrig in Studium und Gebet. Auf dem Sterbebett erzählte Hildegund, noch immer als Joseph, von ihrer Wanderung durch Europa. Erst nach ihrem Tod am 20. April 1188 entdeckten die Mitbrüder ihr wahres Geschlecht und erfuhren durch Nachforschung ihre Herkunft. Diese unerhörte Begebenheit machte Hildegund schnell bekannt. Außergewöhnlich ist ihre Würdigung durch mittelalterliche Autoren, obwohl sie gegen das biblische Verbot des Kleidertausches verstoßen hatte, vielleicht weil es eher aus praktischen denn aus emanzipatorischen Gründen geschah. Allerdings empfing sie nie die Priesterweihe.

Attribute:

Die heilige Hildegund wird in Männerkleidung mit einem neben ihr reitenden Engel dargestellt.