Ein Unternehmen der Kirche.

Liberat Weiß

3. März

Der selige Liberat (lateinisch »der Befreite«) [Johannes Laurentius] Weiß wurde 1675 in Konnersreuth in der Oberpfalz geboren. Achtzehnjährig trat er in den Franziskanerorden ein. Er war zunächst als Seelsorger tätig und bereitete sich ab 1703 in Rom auf seine Missionsarbeit vor. 1704 brach Liberat mit seinen Begleitern nach Äthiopien auf, aber auf dem Weg über Ägypten und den Sudan wurde er in Khartoum (Al Hartoum) vom König aufgehalten und ausgeraubt. Acht seiner neun Begleiter starben ob der Strapazen. In Jerusalem wartete er dann auf eine neue Gelegenheit. 1711 folgte er, inzwischen zum Apostolischen Präfekten ernannt, der Anweisung aus Rom und traf 1712 in Begleitung von Michael Pius Fasoli und Samuel Marzorato in Gondar, der damaligen Hauptstadt Äthiopiens, ein. Er erhielt vom Negus die Erlaubnis, sich im Lande niederzulassen. Zwar durfte er nicht predigen, aber er konnte lehren, reisen, reden und sogar ein kleines Hospital aufbauen. 1715 schien die Zeit reif, der äthiopischen Kirche die Wiedervereinigung mit der katholischen in Rom vorzuschlagen. Doch das Volk revoltierte, Liberat und seine Gefährten mussten in die Provinz Tigris fliehen und der Negus als ihr Förderer sogar abdanken. Sein Nachfolger ließ die Franziskaner vor Gericht stellen. Am 3. März 1716 wurden sie in Gondar durch Steinigung hingerichtet.