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Der Ursprung des Adventskalenders

Entstehung und Arten

Wir kennen ihn alle und können uns ohne ihn die Adventszeit gar nicht mehr vorstellen: den Adventskalender, mit dessen Hilfe wir die Tage bis Weihnachten zählen und uns die Zeit des Wartens verkürzen. Aber woher kommt diese Tradition, die für uns mittlerweile so selbstverständlich ist?

Ursprung und Geschichte des Adventskalenders:

AdventskalenderDie Entstehung des Adventskalenders steht in enger Verbindung mit den unterschiedlichen Traditionen, mit denen in der evangelischen und in der katholischen Kirche die Adventszeit begangen wurde: Während es in der katholischen Kirche üblich war, zur morgendlichen Rorate-Messe in die Kirche zu gehen, fanden die adventlichen Andachten in der evangelischen Kirche Zuhause statt. Aus diesem Grund haben sich viele Adventsbräuche – darunter eben auch der Adventskalender – im evangelischen, familiären Milieu entwickelt. Dazu zählt übrigens auch der Adventskranz, auch er stammt ursprünglich aus der evangelischen Tradition.

Belegt ist der Brauch, die Tage bis zum Weihnachtsfest zu zählen, zuerst bei Johann Hinrich Wichern im Jahre 1838. Dieser war Leiter eines evangelischen Knabenrettungshauses in Hamburg (»Rauhes Haus zu Horn bei Hamburg«). Während der täglichen gemeinsamen Andachten, zu denen man zusammenkam und Adventslieder sang, zündete er an jedem Tag eine weitere Kerze in einem großen Leuchter an. Ab dem 19. Jahrhundert kamen dann solche Adventskalender auf, wie wir sie heute kennen, und die das Zählen der Tage durch Abreißen oder Abstreichen ermöglichten. Wahrscheinlich wurden die ersten gedruckten Adventskalender 1908 vom Verleger und Pfarrersohn Gerhard Lang aus Maulbronn in Württemberg hergestellt. Dieser war ein Kalender zum Selberbasteln – 24 Kalenderbildchen mussten vorher ausgeschnitten und in die passenden Rechtecke eines Pappkartons geklebt werden. Adventskalender mit Türchen zum Öffnen erschienen um das Jahr 1920 herum. Der erste der heute so beliebten mit Schokolade gefüllten Adventskalender kam übrigens 1958 auf den Markt.
Im Laufe der Zeit wurden Adventskalender und ihre Motive zunehmend profaner und entfernten sich von christlichen Advents- und Weihnachtsmotiven. Allerdings erfreuen sich aktuell auch Kalender mit christlicher Motivik in analoger und digitaler Form einer großen Beliebtheit.

Verschiedene Arten und Aufbau:

In der Regel haben Adventskalender 24 Türen, von denen vom 1. bis zum 24. Dezember jeweils eine geöffnet wird. Aber es gibt auch liturgische Adventskalender, die jeweils mit dem 1. Advent beginnen und Türchen bis zum 6. Januar (Erscheinung des Herrn) besitzen. Diese haben zudem vier zusätzliche Türchen für die Adventssonntage. Generell gibt es sehr viele verschiedene Varianten an Adventskalendern, die mit unterschiedlichen Motiven und Füllungen ausgestattet sind. Neben Kalendern in Papierform oder in Form von Bändern, an die 24 Geschenke gehängt werden, gibt es weitere Formen: In Skandinavien etwa ist es üblich, eine Adventskerze anzuzünden. Sie ist mit einer Skala mit 24 Strichen ausgestattet, die täglich ein Stück weiter heruntergebrannt wird. Auch beliebt ist der Brauch, ein Gebäude (z.B. das städtische Rathaus) und dessen erleuchtete Fenster als überdimensionalen Kalender zu nutzen.
Mittlerweile gibt es Adventskalender auch im Internet bzw. in digitaler Form als App oder Nachricht auf das Smartphone oder auch in Form von täglichen E-Mails.

Geschenktipp:

Eine große Auswahl unterschiedlicher sowie auch origineller, ausgefallener Adventskalender (bspw. einen Tee-Adventskalender oder Räucherkerzen-Adventskalender) finden Sie im Vivat!-Shop.

Quellen:

  • Läpple, Alfred: Kleines Lexikon des christlichen Brauchtums; Augsburg 1996, 27f.
  • Wanzek, Dorothee: Geschenkideen für alle Anlässe. Ein Ratgeber für Christen; Leipzig 2010, 39.
  • www.heiligenlexikon.de
  • www.brauchwiki.de