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Die sieben O-Antiphonen

Gebetsverse zur Adventszeit

Erfahren Sie mehr über die Entstehung und Bedeutung der sieben O-Antiphonen und darüber, welche Antiphonen dazugehören:

Herkunft und Bedeutung

O-Antiphonen

Typisch für das Ende der Adventszeit sind die so genannten sieben O-Antiphonen. Diese stellen Gebetsverse dar und werden als eine Art letzte Steigerung in der Erwartung des Advents an den sieben Tagen vor Weihnachten zum Magnificat in der Vesper gesungen. Sie sind bereits seit dem 7. Jahrhundert nachweisbar, stammen also aus spätantiker Zeit und sind somit ein sehr altes kirchliches Erbe. Die sieben O-Antiphonen setzen sich aus Zitaten der Heiligen Schrift zusammen.

Früher wurden sie auch in der Vorbereitung auf das Kommen Christi durch szenische Darstellungen etwa der Begegnung Marias mit dem Erzengel Gabriel und anderen Ereignisse aus der Kindheit Jesu begleitet.

Dabei beginnen die sieben O-Antiphonen jeweils mit einer dem Alten Testament (meist den Worten des Propheten Jesaja) entnommenen bildhaften Anrede des erwarteten Messias unter verschiedenen Heilstiteln, welche dessen ersehntes Wirken preist. Sie münden schließlich in dem lateinischen Ruf »Veni!« (»Komm!«), der um Beistand und Heil bittet. Der Name der Antiphonen leitet sich von der Anrufung »O« ab, mit welcher jede der Antiphonen beginnt.

Die sieben O-Antiphonen im Überblick

  1. O Sapientia (O Weisheit) am 17. Dezember – anhören
  2. O Adonai (O Herr) am 18. Dezember– anhören
  3. O Radix Jesse (O Wurzel Jesse) am 19. Dezember– anhören
  4. O Clavis Davis (O Schlüssel Davids) am 20. Dezember– anhören
  5. O Oriens (O Morgenstern) am 21. Dezember– anhören
  6. O Rex Gentium (O König der Völker) am 22. Dezember– anhören
  7. O Emmanuel (O Gott mit uns) am 23. Dezember– anhören

Übrigens bilden die Anfangsbuchstaben der sieben O-Antiphonen, liest man sie in der Reihenfolge rückwärts, ein sogenanntes Akrostichon: Sie ergeben die lateinischen Worte »ero cras«, welche übersetzt werden können als »Morgen werde ich kommen«.

Die kompletten Strophen der jeweiligen Antiphonen in lateinischer Sprache und deutscher Übersetzung finden Sie auf der Seite catholic-church.org.

Quellen: