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Das Magnificat - Lobgesang Marias

Das Magnificat ist der Lobgesang Marias, den Sie bei ihrer Base Elisabeth spricht, als Antwort auf die Ankündigung der Geburt Jesu durch den Erzengel Gabriel.

Entstehung und Bedeutung

Das Magnificat

Die Bezeichnung des Gesangs "Magnificat" nimmt den Anfang des Textes auf:  Dieser freudige Antwortgesang beginnt in der lateinischen Übersetzung mit den Worten „Magnificat anima mea Dominum“ („Meine Seele preist den Herrn“), den sie nach der Ankündigung der Geburt Jesu durch den Erzengel Gabriel zu Besuch bei ihrer Base Elisabeth auf deren prophetischen Willkommensgruß antwortet.
Dabei preist Maria ihres Glaubens wegen Gott als den einzigen, der sich um alle Geringen, Machtlosen und Hungernden kümmert und diese aufrichtet, dagegen aber die Mächtigen und Reichen stürzt. Zudem erinnert dieses Gebet an den Lobgesang der Hannah, der Mutter des Propheten Samuel (1 Sam 2).

Das Magnificat gehört zu den bekanntesten biblischen Texten und nimmt die Reich-Gottes-Verkündigung Jesu und die „umwertende“ Bedeutung seines Kreuzes bereits vorweg. Dieser Lobgesang Marias findet sich nur im Lukas-Evangelium (Lk 1,46-55) und zählt dort zu einem der drei Cantica.

Das Magnificat als Text

Das komplette Magnificat in der deutschen Einheitsübersetzung:

Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.

Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.

Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Brauchtum und Tradition

Stundengebet

Als einer der Gruntexte des Christentums, wird das Magnificat besonders im Stundengebet gebetet. Während es in der Ostkirche Bestandteil des Morgengebetes ist, wird es dagegen in der Westkirche als Höhepunkt der abendlichen Vesper gesprochen oder gesungen. An Sonn- und Feiertagen wird es häufig sehr feierlich nach gregorianischer Tonart gesungen (oft auch mit Inzens und Leuchtern geschmückt). Das Magnificat wird in der Vesper wie die Psalmen und anderen Cantica nach alter Tradition mit einer Doxologie, dem Gloria Patri (Ehre sei dem Vater ...) beschlossen. Normalerweise wird das Magnificat stehend gebetet und wie bei allen Cantica aus den Evangelien wird zudem während des ersten Satzes ein Kreuzzeichen gemacht. Zum Gloria Patri am Ende des Gebets verneigt man sich dabei. Im Stundengebet hat das Magnificat außerdem eine Antiphon.

Besondere Bekanntheit haben die Vertonungen des Magnificat von Jacques Berthier erlangt. Dieser schuf für das tägliche Gebet der Communauté de Taizé mehrere Fassungen (vierstimmige Chorsätze, Kanons) dieses marianischen Lobgesangs, die in etlichen europäischen Gesangbüchern und Liturgien Verbreitung gefunden haben.

Kirchenjahr

Besonders in der Adventszeit wird das Magnificat gepflegt, da es auf die erwartete Weihnacht, die Geburt Jesu vorbereitet. So wird es in dieser Zeit einerseits von der Gemeinde sowohl als liturgisches Gebet des Neuen Testaments gesprochen und andererseits auch in Form von Liedern angestimmt.

Ebenfalls nimmt das Magnificat zum Fest Mariä Heimsuchung (2. Juli) einen besonderen Platz ein, wo es als Tagesevangelium vorgetragen wird. Zu diesem Anlass hat Johann Sebastian Bach im Jahr 1724 seine berühmte Kantate „Meine Seel erhebt den Herren“, (BWV 10) komponiert.

Hörbeispiel zum Canticum

Das Magnificat zur Vesper am 7. Sonntag im Jahreskreis mit Kehrvers:

Quellen: