Ein Unternehmen der Kirche.

Ein Nikolausgedicht

von Lucia Tentrop

„Markt und Straßen stehn verlassen,Nikolaus aus Schokolade - Nikolausgedicht
still erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh' ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus…“

Ja, so war's in alten Tagen
als die Welt noch anders war,
als Helmut Schmidt im Kinderwagen
und Frau Merkel noch nicht da.
Heute sind die Straßen voll.
Jeder rennt und rafft.
Der Mensch ist im Advent schon toll
und Weihnachten total geschafft.

Der Niklaus, der uns einst beschenkt,
wird laut vom Weihnachtsmann verdrängt.
Bei dem gibt's nichts umsonst im Leben,
er sorgt nur, dass wir Geld ausgeben!
Er ist ja nur ein Plagiat,
das der Markt erschaffen hat,
der hat den heilgen Mann kopiert,
damit er selber triumphiert.

Ich falle nicht darauf hinein.
Das Original muss es schon sein!
Drum spar ich meine Weihnachtsmäuse
und kaufe echte Nikoläuse:
100 Stück aus Schokolade,
doch zum Essen viel zu schade!
Ich verschenke sie alljährlich
an meine Lieben – und nicht spärlich.

Die machen weiter, stellen aus
vor jede Tür den Nikolaus,
bei Nachbarn, Freunden und Verwandten,
Senioren, Kindern und Bekannten.
Und wer am Morgen tritt vors Haus,
der sieht: „Das war der Nikolaus!
Der stellte heimlich und ganz schnell
nachts vor die Tür mir sein Modell!“

So können wir viel Freude schenken,
statt immer nur an Stress zu denken.
Und wenn wir Menschen Freude geben,
strahlt sie zurück ins eigne Leben.
Und so kommt dann in jedes Haus
der echte gute Nikolaus.
Die Schokolade ist verderblich,
der Niklaus aber ist unsterblich.

von Lucia Tentrop