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Das Exsultet (Osterlob)

Ursprung – Bedeutung – Tradition

Das Exsultet (vom Lat. »es jauchze«) ist das feierliche Osterlob, welches am Anfang der Osternacht vom Diakon (oder alternativ vom Priester) gesungen wird.

Entstehung und Bedeutung

Exsultet - Osterlob Als Exsultet wird das gesungene Osterlob am Beginn der Osternachtsliturgie bezeichnet, das nach dem Anfangswort des lateinischen Textes benannt ist. Es ist zudem auch bekannt unter den Namen »Laus cerei« (vom Lat. »Lob der Kerze«), »Benedictio cerei« (lat. »Segnung der Kerze«), »Praeconium paschale« (lat. »Osterankündigung«) oder »Exsultet iam angelica turba« bekannt. Das Exsultet preist Christus als das Licht der Welt und stellt eine Verbindung von seiner Auferstehung zu dem im Alten Testament geoffenbarten göttlichen Heilsplan her.

Das aktuell gebräuchliche Osterlob ist eines von mehreren, welche sich im Zeitraum vom 5. bis 10. Jahrhundert in verschiedenen Gegenden jeweils unterschiedlich entwickelt haben. Die Datierung des lateinischen Textes, so wie wir ihn heute kennen, ist dabei nicht ganz geklärt. So gab es bereits ein Lob auf die Osterkerze im 4. Jahrhundert. Die älteste erhaltene Textfassung geht wohl auf das Ende des 4. oder Anfang des 5. Jahrhunderts zurück und stammt aus Norditalien oder Südgallien.

Der Verfasser des Textes ist nicht bekannt und scheint von Ambrosius von Mailand beeinflußt zu sein, was seinen Ursprung in Mailand oder dessen Einflusssphäre vermuten lässt. Die Stilform des Exsultet ist die gesungene Homilie. Die Entstehung ist vermutlich auch von byzantinischen Vorbildern beeinflusst, besonders von den in Byzanz geläufigen versifizierten Homilien (auch Kontakia genannt), die gesungen wurden.

Der Osterlobpreis wurde im Mittelalter auf aneinander geheftete Pergamentblätter geschrieben, sodass eine Exsultet-Rolle von beträchtlicher Länge entstand. Diese Schriftrollen entstanden zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert in Süditalien und wurden in Benediktinerklöstern (vor allem in Montecassino) geschrieben und illustriert. Im 12./13. Jahrhundert fand das Exultet dann Einzug in die liturgischen Bücher der römischen Kirche.

Der Text des Exsultet

Latein

Das komplette Exsultet auf Latein nach dem römischen Messbuch:

Exultet-Rolle Exsultet iam angelica turba caelorum
exsultent divina mysteria
et pro tanti regis victoria
tuba insonet salutaris

Gaudeat et tellus tantis irradiata fulgoribus
et, aeterni regis splendore illustrata
totius orbis se sentiat amisisse caliginem.

Laetetur et mater Ecclesia
tanti luminis adornata fulgoribus:
et magnis populorum vocibus haec aula resultet.

(Quapropter astantes vos, fratres carissimi,
ad tam miram huius sancti luminis claritatem,
una mecum, quaeso,
Dei omnipotentis misericordiam invocate.

Ut, qui me non meis meritis
intra Levitarum numerum dignatus est aggregare
luminis sui claritatem infundens
cerei huius laudem implere perficiat.)

(V. Dominus vobiscum.
A. Et cum spiritu tuo.)
V. Sursum corda.
A. Habemus ad Dominum.
V. Gratias agamus Domino Deo nostro.
A. Dignum et iustum est.

Vere dignum et iustum est,
invisibilem Deum Patrem omnipotentem
Filiumque eius unigenitum,
Dominum nostrum Iesum Christum,
toto cordis ac mentis affectu
et vocis ministerio personare.

Qui pro nobis aeterno Patri Adae debitum solvit
et veteris piaculi cautionem pio cruore detersit.

Haec sunt enim festa paschalia,
in quibus verus ille Agnus occiditur,
cuius sanguine postes fidelium consecrantur.

Haec nox est,
in qua primum patres nostros, filios Israel,
eductos de Aegypto,
Mare Rubrum sicco vestigio transire fecisti.

Haec igitur nox est,
quae peccatorum tenebras
columnae illuminatione purgavit.

Haec nox est,
quae hodie per universum mundum in Christum credentes
a vitiis saeculi, et caligine peccatorum segregatos,
reddit gratiae,
sociat sanctitati.

Haec nox est, in qua, destructis vinculis mortis,
Christus ab inferis victor ascendit.

Nihil enim nobis nasci profuit,
nisi redimi profuisset.

O mira circa nos tuae pietatis dignatio!
O inaestimabilis dilectio caritatis
ut servum redimeres, Filium tradidisti!

O certe necessarium Adae peccatum,
quod Christi morte deletum est!

O felix culpa,
quae talem ac tantum meruit habere Redemptorem!

O vere beata nox,
quae sola meruit scire tempus et horam,
in qua Christus ab inferis resurrexit!

Haec nox est, de qua scriptum est
Et nox sicut dies illuminabitur
et nox illuminatio mea in deliciis meis.

Huius igitur sanctificatio noctis
fugat scelera,
culpas lavat
et reddit innocentiam lapsis,
et maestis laetitiam.
Fugat odia,
concordiam parat,
et curvat imperia.

In huius igitur noctis gratia, suscipe, sancte Pater,
laudis huius sacrificium vespertinum,
quod tibi in haec cerei oblatione sollemni,
per ministrorum manus
de operibus apum, sacrosancta reddit ecclesia.

Sed iam columnae huius praeconia novimus,
quam in honorem Dei rutilans ignis accendit.

Qui, licet sit divisus in partes,
mutuati tamen luminis detrimenta non novit.

Alitur enim liquantibus ceris,
quas in substantiam pretiosae huius lampadis
apis mater eduxit.

O vere beata nox,
in qua terrenis caelestia,
humanis divina iunguntur!

Oramus ergo te, Domine,
ut cereus iste in honorem tui nominis consecratus,
ad noctis huius caliginem destruendam,
indeficiens perseveret.
Et in odorem suavitatis acceptus,
supernis luminaribus misceatur.

Flammas eius lucifer matutinus inveniat
Ille, inquam, lucifer, qui nescit occasum
Christus Filius tuus,
qui regressus ab inferis,
humano generi serenus illuxit,
et vivit et regnat in saecula saeculorum.
Amen

Deutsch

Die deutsche Übersetzung des Hymnus:

Frohlocket, ihr Chöre der Engel,
frohlocket, ihr himmlischen Scharen,
lasset die Posaune erschallen,
preiset den Sieger, den erhabenen König!

Lobsinge, du Erde, überstrahlt vom Glanz aus der Höhe!
Licht des großen Königs umleuchtet dich.
Siehe, geschwunden ist allerorten das Dunkel.

Auch du freue dich, Mutter Kirche,
umkleidet von Licht und herrlichem Glanze!
Töne wider, heilige Halle,
töne von des Volkes mächtigem Jubel.

(Darum bitte ich euch, geliebte Brüder,
ihr Zeugen des Lichtes, das diese Kerze verbreitet:
Ruft mit mir zum allmächtigen Vater
um sein Erbarmen und seine Hilfe,

dass er, der mich ohne mein Verdienst, aus reiner Gnade,
in die Schar der Leviten berufen hat,
mich erleuchte mit dem Glanz seines Lichtes,
damit ich würdig das Lob dieser Kerze verkünde.)

(V. Der Herr sei mit euch.
A. Und mit deinem Geiste.)
V.
Erhebet die Herzen.
A.
Wir haben sie beim Herrn.
V. Lasset uns danken dem Herrn, unserm Gott.
A.
Das ist würdig und recht.

In Wahrheit ist es würdig und recht,
den verborgenen Gott, den allmächtigen Vater,
mit aller Glut des Herzens zu rühmen
und seinen eingeborenen Sohn,
unsern Herrn Jesus Christus,
mit jubelnder Stimme zu preisen.

Er hat für uns beim ewigen Vater Adams Schuld bezahlt
und den Schuldbrief ausgelöscht mit seinem Blut, das er aus Liebe vergossen hat.

Gekommen ist das heilige Osterfest,
an dem das wahre Lamm geschlachtet ward,
dessen Blut die Türen der Gläubigen heiligt
und das Volk bewahrt vor Tod und Verderben.

Dies ist die Nacht,
die unsere Väter, die Söhne Israels,
aus Ägypten befreit
und auf trockenem Pfad durch die Fluten des Roten Meeres geführt hat.

Dies ist die Nacht,
in der die leuchtende Säule
das Dunkel der Sünde vertrieben hat.

Dies ist die Nacht,
die auf der ganzen Erde alle, die an Christus glauben,
scheidet von den Lastern der Welt,
dem Elend der Sünde entreißt,
ins Reich der Gnade heimführt
und einfügt in die heilige Kirche.

Dies ist die selige Nacht,
in der Christus die Ketten des Todes zerbrach
und aus der Tiefe als Sieger emporstieg.

Wahrhaftig, umsonst wären wir geboren,
hätte uns nicht der Erlöser gerettet.

O unfassbare Liebe des Vaters:
Um den Knecht zu erlösen, gabst du den Sohn dahin!

O wahrhaft heilbringende Sünde des Adam,
du wurdest uns zum Segen,
da Christi Tod dich vernichtet hat.

O glückliche Schuld,
welch großen Erlöser hast du gefunden!

O wahrhaft selige Nacht,
dir allein war es vergönnt, die Stunde zu kennen,
in der Christus erstand von den Toten.

Dies ist die Nacht, von der geschrieben steht:
»Die Nacht wird hell wie der Tag,
wie strahlendes Licht wird die Nacht mich umgeben.«

Der Glanz dieser heiligen Nacht
nimmt den Frevel hinweg,
reinigt von Schuld,
gibt den Sündern die Unschuld,
den Trauernden Freude.
Weit vertreibt sie den Hass,
sie einigt die Herzen
und beugt die Gewalten.

In dieser gesegneten Nacht, heiliger Vater,
nimm an das Abendopfer unseres Lobes,
nimm diese Kerze entgegen als unsere festliche Gabe!
Aus dem köstlichen Wachs der Bienen bereitet,
wird sie dir dargebracht von deiner heiligen Kirche
durch die Hand ihrer Diener.

So ist nun das Lob dieser kostbaren Kerze erklungen,
die entzündet wurde am lodernden Feuer zum Ruhme des Höchsten.
Wenn auch ihr Licht sich in die Runde verteilt hat,
so verlor es doch nichts von der Kraft seines Glanzes.

Denn die Flamme wird genährt vom schmelzenden Wachs,
das der Fleiß der Bienen für diese Kerze bereitet hat.

O wahrhaft selige Nacht,
die Himmel und Erde versöhnt,
die Gott und Menschen verbindet!

Darum bitten wir dich, o Herr:
Geweiht zum Ruhm deines Namens,
leuchte die Kerze fort,
um in dieser Nacht das Dunkel zu vertreiben.
Nimm sie an als lieblich duftendes Opfer,
vermähle ihr Licht mit den Lichtern am Himmel.

Sie leuchte, bis der Morgenstern erscheint,
jener wahre Morgenstern, der in Ewigkeit nicht untergeht:
dein Sohn, unser Herr Jesus Christus,
der von den Toten erstand,
der den Menschen erstrahlt im österlichen Licht;
der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
Amen.

Brauchtum und Tradition in der Liturgie

Das Exsultet wird in der römisch-katholischen sowie in der evangelisch-lutherischen Liturgie am Beginn der Liturgie der Osternacht vom Diakon oder Pfarrer vom Ambo aus vorgetragen.
Es gehört zum Teil der Lichtfeier und wird in der von brennenden Kerzen erhellten Kirche gesungen.

Hörbeispiel zum Hymnus

Der Exsultet zum Anhören:

Quellen: