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Woher kommt die Tradition der Ostereier eigentlich?

Herkunft und symbolische Bedeutung

Porzellan-OstereierSchon seit frühester Zeit wird dem Ei eine besondere Symbolkraft zugewiesen. Das Ei galt in den antiken Kulturen und Religionen als ein Symbol für die Fruchtbarkeit und Wiedergeburt. In einigen Kulturen wurde es sogar als Ursprung von Mensch und Welt angenommen.

Im Christentum wurde diese symbolische Deutung des Eies aufgenommen und weiterentwickelt: Hier steht die unversehrte Hülle des Eies nun einerseits für die Auferstehung Jesu. Deshalb diente das Ei bei den frühen Christen auch als Grabbeigabe. Andererseits verweist das Ei oft im Hintergrund oder als Randmotiv auf Marienbildern auf die jungfräuliche Geburt Jesu.

Brauchtum der Ostereier

Glas-Osterei »Lamm Gottes«Seit dem 10. Jahrhundert war es unter den koptischen Christen Brauch, sich zum Osterfest gegenseitig Eier zu schenken. Das klassische Osterei oder Pasch-Ei (von lat. »pascha« oder hebr. »passah«) schenkte man traditionell am Ostermorgen als Zeichen der Auferstehung. Ein solches Ei war ein durch Erhitzen haltbar gemachtes und dann rot gefärbtes Ei, das symbolisch für das Grab Jesu stand.

Ab dem 12. Jahrhundert wurde zur österlichen Speiseweihung zudem um die Segnung der Eier gebetet, ebenfalls mit besonderem Verweis auf die Auferstehung. In der Zeit von Papst Paul V. (17. Jahrhundert) wurde in der Ostermesse wie folgt gebetet: »Segne, Herr, wir bitten dich, diese Eier, die du geschaffen hast, auf dass sie eine bekömmliche Nahrung für deine gläubigen Diener werden, die sie in Dankbarkeit und in Erinnerung an die Auferstehung des Herrn zu sich nehmen.«

Auch waren Eier in den mittelalterlichen Klöstern ein sehr beliebtes Grundnahrungsmittel, welches auf verschiedenste Weise zubereitet wurde. Im Frankreich des Mittelalters weihten die Priester am Karfreitag hart gekochte Eier in einem rot gefärbten Wasserbad, um diese dann zum Osterfest als Essen anzubieten. In Deutschland berichtet man von gefärbten Eiern erstmals im frühen 13. Jahrhundert.

Ostereier mit Blumenmotiv Weitere Gründe, welche die Tradition der Ostereier stärkten, waren im Mittelalter auch die Bedeutung von Eiern als »Zinsei«, einer Eierspende, die den Zehnt (Steuerabgabe) der Bauern an ihren jeweiligen Grundherren beinhaltete. Dieser Zehnt wurde im Frühling am Gründonnerstag immer in Form von Eiern gezahlt, weil es aufgrund der Fastenzeit sowie durch die erhöhte Legefreudigkeit der Hennen in dieser Jahreszeit einen Eierüberschuss gab.

Ebenfalls wirkte sich der Verzicht von Eiern (sie galten als tierische Produkte, denen man sich enthalten musste) in der Fastenzeit auf die starke Beliebtheit am sich anschließenden Osterfest aus, an dem der Eierkonsum dann besonders hoch gewesen ist.

Ursprung des Namens

Der Name »Osterei« fand erstmals im Jahr 1615 bei einem Straßburger Handwerksmeister Erwähnung und 1617 berichtet ein E. Puteanus in seinem Werk »Ovi Euconium« von beschrifteten, bemalten und geätzten Ostereiern. Im Jahr 1682 erwähnt S. Frank in der Schrift »Satyrae« dann auch schon das Verstecken von Ostereiern.

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Den verschiedenen Traditionen und Techniken der Dekoration von Ostereiern widmen sich einige Museen und Ostereier-Börsen:


Quellen: