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Bräuche zu Weihnachten – international und in Deutschland

Vom Weihnachtssingen bis zum Kindleinwiegen

Traditionen und Bräuche für Weihnachten

  • Kindl- oder Kindleinwiegen: Bereits im 8. Jahrhundert entstand dieser Brauch, welcher zu den Weihnachtsspielen gehört – das Kindleinwiegen. Dazu wurde eine hölzerne Krippe aufgestellt und man umtanzte diese. In späterer Zeit wurde dann eine kleine Figur aus Holz oder Wachs in die Krippe gelegt, welche das Jesuskind darstellte. Diese Krippe wurde schließlich durch eine Wiege ersetzt, die auf den Altar gestellt wurde. Dann kamen die Kirchenbesucher zum Altar, um das Kind zu wiegen. Dabei sang die Gemeinde dann Wiegenlieder wie bspw. »Josef, lieber Josef mein...«.
  • Urbi et orbi: Ebenso wie bereits an Ostern spendet der Papst auch zu Weihnachten den Segen für die Stadt Rom (lat. urbs) sowie für den Erdkreis (lat. orbs), mit dem jeder Katholik guten Willens einen vollständigen Ablass erhalten kann.

Fensterschmuck - Bräuche zu Weihnachten

  • Weihnachtssingen: In der Weihnachtszeit ist es üblich, dass die Menschen etwas enger zusammenrücken und viel Zeit gemeinsam verbringen. Dazu gehört traditionell auch das Singen von Weihnachtsliedern. Ebenso ist es in vielen Gemeinden Brauch, eine kirchenmusikalische Feierstunde an einem Sonntag der Weihnachtszeit zu veranstalten. Dabei singen alle Chöre (Kinder-, Jugend- und Kirchenchor) der Gemeinde die schönsten Weihnachtslieder.
  • Kurrende (vom lateinischen: »currere« – »laufen/umherlaufen«): Als »Kurrende« werden seit dem Mittelalter Gruppen von Kindern und Jugendlichen bezeichnet, die ursprünglich von Haus zu Haus zogen und dort deutsche sowie lateinische Weihnachtslieder vorsangen. Auf diese Art sammelten sie Brot, Obst, Nüsse, Süßigkeiten oder kleinere Geldspenden, um damit auch armen Kindern ein würdiges Weihnachtsfest zu ermöglichen. Heutzutage findet sich dieser Brauch mancherorts noch im Vortragen von Weihnachtsliedern durch Schulchöre gegen kleinere Spenden und Geschenke wieder.
  • Quempas-Singen: Der Name »Quempas« leitet sich von dem lateinischen Liedtext »Quem pastores laudavere« (Den die Hirten lobten sehre) ab. Bei dieser alten Tradition wird im weihnachtlichen Gottesdienst die dunkle Kirche nur von Kerzen erhellt, welche die so genannten Quempas-Sänger (verteilt auf vier Gruppen) in den Händen halten. Im wechselnden Gesang lösen sich die Gruppen von Strophe zu Strophe ab. Am Ende des weihnachtlichen Gottesdienstes entzünden die Kirchgänger ihre Kerzen an den Lichtern, um damit ihre Christbaumbeleuchtung zu Hause anzuzünden.

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Quellen:

  • Abeln, Reinhard / Harper, Ursula: Das große Kinderbuch zum Kirchenjahr; Leipzig 2010, 19f.
  • www.ekd.de