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Der christliche Weihnachtsfestkreis

Entstehung und Bedeutung

Nach dem Osterfestkreis ist der Weihnachtsfestkreis die größte zusammenhängende Zeit im Kirchenjahr. Zudem hängen bei Festkreise voneinander ab, denn die Geschehnisse an Weihnachten bilden die Voraussetzung für Ostern. Der Weihnachtsfestkreis bildet den Abschluss des Kirchenjahres – und markiert zugleich den Anfang eines neuen Kirchenjahres in der Zuversicht, dass das Reich Gottes mit der Ankunft Jesu bereits angebrochen ist.

Erfahren Sie, welche Zeiten und Feste in den Weihnachtsfestkreis (Advent und Weihnachten) zählen, wie sie entstanden sind und welche christliche Bedeutung sie haben:

Entstehung und Bedeutung von Weihnachten

Geburt von Jesus Christus - Weihnachtsfestkreis Seit dem Jahr 330 wird in Rom das Weihnachtsfest am 25. Dezember gefeiert, dessen Datum nahe bei der Wintersonnenwende lag und den Sonntagsrhythmus durchbrach. Der Grundgedanke dieses Festes war damals, dass die Inkarnation des Sohnes Gottes die Wende vom Tod zum Leben bzw. von der Finsternis zum Licht eingeleitet habe. Das Weihnachtsdatum war dabei umstritten.

Die Geburt Jesu wurde anfangs von großen Teilen der Christenheit am selben Tag wie Pessach (15. Nisan), am 25. März oder am 6. Januar gefeiert. Im Römischen Reich galt letzteres Datum auch als der Beginn einer Äonenwende, welche von der Geburt eines neuen Herrschers erwartet wurde. Mit Weihnachten verband sich deshalb das Bewusstsein einer neuen Ära, analog zum heidnischen goldenen Zeitalter.

Die Niedrigkeit der Geburt Jesu in der Krippe deutete in der Liturgie bereits auf seinen Tod am Kreuz hin, weshalb die Weihnachtszeit nicht in Konkurrenz zur Osterzeit trat, sondern als ihr Vorläufer zeitlich vorangestellt wurde. Sie eröffnete auf diese Weise das Kirchenjahr. Das neue Kirchenjahr steht ganz unter dem Gedanken, dass mit der Menschwerdung Gottes in Jesus der Bund Gottes mit den Menschen seinen Anfang nimmt.

Entstehung und Bedeutung des Advent

Die Adventszeit entwickelte sich erst im 5. Jahrhundert (zunächst als 40-tägiges Epiphaniasfest, beginnend mit dem 11. November). Dabei gingen die vier Adventssonntage dem Weihnachtsfest voran (der 4. Advent konnte mit dem 24. Dezember zusammenfallen). Auf diese Weise wurde die Weihnachtszeit mit dem mond-beweglichen Osterfestkreis von 14 Wochen in die Sonntagsreihe eingefügt. Aus diesem Grund variiert auch der zeitliche Abstand zwischen den beiden höchsten Festen des Christentums.

In den ersten Wochen der Adventszeit steht die Vorbereitung auf die Wiederkunft Jesu Christi am Tag des jüngsten Gerichts im Zentrum. Diese Wochen sind eine Zeit der Buße und der Umkehr. Mit dem 17. Dezember setzt dann eine Zeit der Vorbereitung der Feier der Geburt Jesu, sprich der Menschwerdung Gottes ein. Diese letzte Woche ist traditionell eine Zeit der Vorfreude. Im praktischen Glaubensleben ist es heute üblich, die gesamte Adventszeit als Zeit der Vorfreude zu sehen. Auch ist der Advent häufig der Ort für Marienverehrung.

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Quelle:

  • Carlo Saraceni: Geburt von Jesus Christus (1610), WGA
  • »Der Weihnachtsfestkreis und sein liturgischer Sinn« (Michael Flohr, Universität Aachen),
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