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Christliche Feste und Feiertage

Ein Überblick über den Jahreskreis

Im Verlauf eines Jahres gibt es eine Vielzahl wiederkehrender Feiertage. Oft haben wir an diesen Tagen frei und können uns etwas vom Alltagsstress erholen. Leider tritt dabei oft die eigentliche Bedeutung, die diesen christlichen Feiertagen zugrunde liegt, in den Hintergrund. Durch die immer stärker werdende Verweltlichung ist der Festkreis des Kirchenjahres nur noch sehr wenigen bekannt.

Christliche Feste und Feiertage Überblick

Das Kirchenjahr - Christliche Feste & Feiertage
Foto © »Kirchenjahr« von Samuel-Kim Nguyen / Reto Beeler - CC-BY-SA


Die wichtigsten und bekanntesten religiösen Feste, Feiertage und geprägten Zeiten des Christentums in der Reihenfolge des Kirchenjahres geordnet als Übersicht. Bei den meisten Festen finden Sie einen weiterführenden Link, wo Sie nähere Informationen zum jeweiligen Brauchtum und der Bedeutung des christlichen Feiertages finden.

Hierbei soll keine klare Trennung zwischen evangelischen, katholischen und orthodoxen Feiertagen gemacht werden. Zwar sind hier auch besondere Tage aufgeführt, die bei der einen oder Konfession gehalten werden, aber im Gesamten betrachtet ist eine einheitliche Festkultur erhalten geblieben. So hält der Festkalender des Kirchenjahres die verschiedenen Kirchen zusammen.

Grundsätzlich muß gesagt werden, dass erstmal jeder Sonntag Festcharakter hat, da die Christen an diesem Tag die Auferstehung Jesu feiern. Die meisten Sonntage haben zudem einen eigenen Namen. Neben dem Sonntag gibt es aber eine Vielzahl weiterer Feste, die sich im Laufe der Geschichte herausgebildet haben.

  • Advent
  • Barbaratag (4. Dezember)
  • Nikolaustag (6. Dezember)
  • Mariä Empfängnis (8. Dezember)
  • Fest der Hl. Lucia (13. Dezember)
  • Weihnachten (25. Dezember)
  • Fest des heiligen Stephanus (26. Dezember)
  • Fest des Apostels und Evangelisten Johannes (27. Dezember)
  • Fest der Unschuldigen Kinder (28. Dezember)
  • Silvester & Neujahr (31. Dezember / 1. Januar)
  • Heilige Drei Könige / Epiphanias (6. Januar)
  • Mariä Lichtmess (2. Februar)
  • Mariä Verkündigung (25. März)
  • Aschermittwoch
  • Fastenzeit
  • Palmsonntag
  • Gründonnerstag
  • Karfreitag
  • Karsamstag
  • Das Osterfest
  • Weißer Sonntag / Barmherzigkeitssonntag (Sonntag nach Ostern)
  • Rogate-Sonntag (5. Sonntag nach Ostern)
  • Christi Himmelfahrt (40 Tage nach Ostern)
  • Pfingsten (50 Tage nach Ostern)
  • Dreifaltigkeitssonntag / Trinitatis (Sonntag nach Pfingsten)
  • Fronleichnam (2. Donnerstag nach Pfingsten)
  • Herz-Jesu-Fest(2. Sonntag nach Pfingsten)
  • Johannes der Täufer (24. Juni)
  • Peter und Paul (29. Juni)
  • Verklärung des Herrn (6. August)
  • Mariä Himmelfahrt (15. August)
  • Kreuzerhöhung (14. September)
  • Erntedankfest
  • Michaelis (29. September)
  • Schutzengelfest (2. Oktober)
  • Reformationtag (31. Oktober)
  • Allerheiligen (1. November)
  • Allerseelen (2. November)
  • Martinstag (11. November)
  • Buß- und Bettag (Mitte November)
  • Gedenktag Unserer Lieben Frau in Jerusalem (21. November)
  • Totensonntag / Ewigkeitssonntag (letzter Sonntag vor dem 1. Advent)
  • Christkönigsfest (letzter Sonntag im Kirchenjahr)

Das Kirchenjahr (Jahreskreis) und seine Bedeutung

Unter dem Kirchenjahr (auch als Liturgisches Jahr, christliches Jahr oder Herrenjahr bezeichnet) wird im Christentum die jährlich wiederkehrende festgelegte Abfolge von christlichen Festen und Festzeiten verstanden. An dieser orientiert sich die kirchliche Gottesdienstpraxis und Liturgie.

Kirche - Jahreskreis - FesttageDas Kirchenjahr hat sich aus den beiden Festkreisen um Ostern (wichtigstes Fest im Christentum) und Weihnachten herum gebildet. Diese wurden im Verlauf der Geschichtes des Christentums zu einem Jahreszyklus vervollständigt. Die Abfolge und Umfang dieses Jahreskreis stimmen in Ost- und Westkirchen in den meisten Festtagen miteinander überein.

Allerdings unterscheiden sich die wichtigsten Festdaten der orthodoxen von denen der westkirchlichen (katholisch und evangelisch) Tradition. Sowohl das evangelische als auch das katholische Kirchenjahr beginnt mit der ersten Vesper (am Vorabend) zum ersten Adventssonntag. Dahingegen beginnt das orthodoxe Kirchenjahr bereits am 1. September. Somit beginnt das Kirchenjahr nicht wie das Kalenderjahr am ersten Januar, sondern bereits früher.

Somit ist das Weihnachtsfest, bei dem der Geburt Christi in besonderer Weise gefeiert wird, das erste große Fest des Kirchenjahres. Danach folgt nach einer kurzen Pause die Passionszeit. Diese beginnt am Aschermittwoch und hat ihren Höhepunkt am Karfreitag, an dem des Kreuzestodes gedacht wird. Die Fastenzeit endet in der Osternacht mit der Feier der Auferstehung Christi. Vierzig Tage nach Ostern wird dann der Himmelfahrt Christi gedacht und nochmals zehn Tage später dann der Aussendung des Heiligen Geistes im Pfingsfest, womit schließlich der Osterfestkreis endet.

Allen Festzeiten sind bestimmte liturgische Farben zugeordnet, die im folgenden kurz erläutert werden sollen.

Die liturgischen Farben der Festtage und geprägten Zeiten

Nach alter Tradition hat in der kirchlichen Liturgie jedes Fest bzw. jeder Gedenktag seine eigene Farbe. In diesen liturgische Farben sind dann die Gewänder, Paramente und Antependien gehalten, die an den entsprechendenen Festtagen Verwendung finden. Dabei verfolgen die Farben den Zweck eine Sinneswirkung auf Stimmung und Bewusstsein des Menschen auszuüben. Hier eine kleine Übersicht zur Zuordnung von Farben und Festtagen:

  • weiß: Farbe des Lichtes und der Auferstehung, wird deshalb an allen Christusfesten wie den Weihnachtstagen und Ostern getragen
  • grün: ist die Farbe des Wachstums und der Hoffnung, wird in den Zwischenzeiten im Kirchenjahr getragen, in denen keine besonderen Feste gefeiert werden (bspw. die Vorfastenzeit, Sonntage nach Trinitatis sowie nach Epiphanias)
  • violett: Farbe der Verwandlung / des Übergangs, wird in der Adventsszeit und Passionszeit vor Ostern getragen
  • rot: Farbe des Blutes und des Feuers (Symbol für Heiligen Geist), wird deshalb an Pfingsten sowie an Gedenktagen für die Märtyrer getragen
  • rosa: gilt als Aufhellung der Farbe Violett und wird nur zu den Sonntagen Gaudete (3. Adventssonntag) und Laetare (4. Fastensonntag) getragen
  • blau: Farbe der Reinheit, wurde früher besonders an Marienfesten getragen, mittlerweile wurde sie durch Weiß ersetzt
  • schwarz: Farbe der Trauer, wird am Karfreitag, an Allerseelen, zum Requiem / Beerdigung getragen

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