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Gottesdienste feiern trotz Corona

Erste öffentliche Gottesdienste und Alternativen für zu Hause

Wochenlang war es wegen der Coronapandemie nicht möglich, gemeinsam mit anderen Gläubigen Gottesdienste zu besuchen. Durch den Verzicht auf öffentliche Gottesdienstfeiern haben die Kirchen in Deutschland mit dazu beigetragen, dass sich das neuartige Coronavirus mittlerweile langsamer ausbreitet als zu Beginn der Coronakrise. In den vergangenen Wochen hat die Bundesregierung immer wieder gemeinsam mit den MinisterpräsidentInnen der Bundesländer Regelungen und Beschränkungen für das öffentliche, wirtschaftliche und soziale Leben beschlossen.

Nun wurden am 30. April Lockerungen vereinbart, die auch endlich wieder öffentliche Gottesdienste in den Kirchen ermöglichen. Diese werden zwar unter strengen Schutz- und Hygieneauflagen stattfinden und es muss auf viele feste Bestandteile der Liturgie verzichtet werden. Aber trotz aller Auflagen und Beschränkungen überwiegt die Freude bei den Gläubigen darüber, wieder in der Gemeinschaft Gottesdienste feiern zu können.

Die katholischen und evangelischen Kirchen in Deutschland haben deshalb Schutzkonzepte für den Gottesdienstbesuch erarbeitet. Die Termine, wann wieder die ersten öffentlichen Gottesdienste abgehalten werden können, sind in den einzelnen Bistümern, Landeskirchen und Bundesländern unterschiedlich.

Grundsätzlich gibt es einige Regelungen, die in allen Gotteshäusern eingehalten werden müssen. Hier haben wir für Sie zusammengefasst, worauf Sie beim Gottesdienstbesuch in Zukunft achten müssen.

Regeln für den Gottesdienstbesuch

  • Für alle Gottesdienstteilnehmer muss sichergestellt werden, dass der Mindestabstand von 1,5 bis 2 Metern eingehalten wird. Wer mit seiner Familie oder Menschen aus dem selben Haushalt den Gottesdienst besucht, darf auch zusammensitzen.
  • Je nach Größe der Kirche ergibt sich daraus auch die maximale Anzahl der zulässigen Gottesdienstbesucher. Außerdem wird genau gekennzeichnet, an welchen Stellen die Gläubigen sitzen dürfen.
  • Den Gottesdienstteilnehmern wird dringend empfohlen, während des Gottesdienstes eine Mund-Nasen-Maske zu tragen.
  • Auf Gemeindegesang soll, wenn möglich, verzichtet werden, da ansonsten die Mund-Nasen-Masken ihre Wirkung verlieren. Gesangbücher werden nicht bereitgestellt, die Gottesdienstbesucher sollten private Gesangbücher mitbringen. Wer noch kein eigenes Gotteslob besitzt, kann das katholische Gebet- und Gesangbuch ganz einfach bei Vivat! bestellen. Alle Ausgaben für die einzelnen Bistümer finden Sie hier.
  • Die Kollekte wird am Ausgang in ein bereitgestelltes Behältnis eingelegt.
  • Der Gottesdienst darf nicht länger als 60 Minuten dauern.
  • Die Kommunionspendung ist nur unter strengsten Hygieneauflagen und Einhaltung des Mindestabstandes erlaubt.
  • Ein- und Ausgänge werden gesondert organisiert und die Laufwege genau gekennzeichnet.
  • Gottesdienstbesucher sollen sich beim Betreten und Verlassen die Hände desinfizieren.  
  • Personen, die positiv auf COVID-19 getestet wurden, unter Quarantäne stehen, in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einer erkrankten Person hatten oder an Erkältungssymptomen leiden, dürfen keinen Gottesdienst besuchen.

Eine ausführliche Übersicht der verschiedenen Schutzkonzepte und Regelungen für die katholischen Bistümer in Deutschland finden Sie auf katholisch.de.

Für die evangelischen Landeskirchen gibt es auf evangelisch.de eine entsprechende Übersicht mit den Maßnahmen zum Infektionsschutz.

So lange die Coronapandemie nicht eingedämmt und eine normale Gottesdienstfeier ohne Beschränkungen nicht möglich ist, gibt es weiterhin zahlreiche Alternativangebote, mit denen Gläubige von zu Hause aus am Gottesdienst teilnehmen können.

TV-Gottesdienste

Die klassischen Fernsehgottesdienste erfahren in diesen Wochen eine besondere Relevanz. ARD und ZDF sowie die dritten Programme übertragen regelmäßig katholische und evangelische Gottesdienste. Die Sendezeiten und Informationen dazu, auf welchem Fernsehsender die Gottesdienste ausgestrahlt werden, finden Sie hier:

  • ARD Kirche und Religion
  • ZDF Fernsehgottesdienste
  • Der katholische Fernsehsender EWTN-TV überträgt täglich die Heilige Messe aus dem Kölner Dom und Gottesdienste aus anderen Kirchen. Außerdem gibt es rund um die Uhr Sendungen zu Glaubens- und Lebensfragen, Dokumentarfilme und Nachrichten sowie Kinder- und Jugendsendungen. Zu empfangen ist der spendenfinanzierte TV-Sender über Satellit und Kabel oder per Livestream im Internet.

Gottesdienste im Livestream während der Coronakrise

Aus vielen Kirchen werden mitunter täglich Gottesdienstfeiern übertragen. So kann live am Bildschirm mitgefeiert werden.

  • Bei kirche.tv gibt es eine ausführliche Übersicht aller katholischer Gottesdienste, die per Livestream verfügbar sind.
  • Auf der konfessionsübergreifenden Plattform »Live-Gottesdienste« bei Bibel TV findet sich eine große Auswahl an Livestreams und Aufzeichnungen aus der Mediathek von BibelTV. Mit Filtermöglichkeit nach Konfession oder Altersgruppe (z. B. Kinder und Jugendliche).

Rundfunk-Gottesdienste

Die öffentlich-rechtlichen Radiosender und auch viele private Rundfunksender übertragen Hörfunkgottesdienste, Andachten und andere kirchliche Sendungen.

  • Auf der Internetseite der ARD gibt es einen übersichtlichen Sendeplan aller Radiogottesdienste und weiterer religiöser Radiobeiträge im Ersten Programm und den Landesfunkhäusern.
  • Im Internetportal der katholischen Rundfunkarbeit in Deutschland können sich Interessierte alle katholischen Radioangebote, nach Bundesland gefiltert, anzeigen lassen.
  • Domradio, der Radiosender des Erzbistums Köln, überträgt täglich live die Messen aus dem Kölner Dom. Zu Hören im Internet unter domradio.de, über die kostenlose App »Radioplayer«, DAB+ und UKW.
  • Beim Privatsender Radio Horeb gibt es neben Übertragungen der Heiligen Messe auch Sendungen zu Glaubensfragen und Lebenshilfe, die Stundengebete Laudes, Sext, Vesper und Komplet sowie Kindersendungen.
  • Das Medienportal der Evangelischen Kirche bietet auf seiner Homepage eine Übersicht der Kirchensendungen bei Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und Deutsche Welle. Die Predigten der Radiogottesdienste gibt es dort auch zum Nachlesen, die kompletten Gottesdienste können auch nochmals angehört werden.

Was viele Menschen vielleicht nicht wissen: Der Kirchenbesuch zum persönlichen Gebet ist weiterhin erlaubt! Dabei ist selbstverständlich, dass auch hier die vorgegebenen Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden.

Viele (Erz-)Bistümer halten ihre Kirchen geöffnet, um den Gläubigen den Besuch zum Gebet zu ermöglichen. Welche Kirchen geöffnet sind, erfahren Sie auf den Internetseiten der Bistümer und Kirchengemeinden.

Informationen, Anregungen und Angebote, wie Sie auch während der Coronakrise Gemeinschaft leben und erfahren können, erhalten Sie hier.