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Alles zum Gottesdienst der Fastenzeit

Hintergründe zu Liturgie und Brauchtum

Dauer der Fastenzeit

Liturgisches Buch - Brevier - Gottesdienst der FastenzeitIn den katholischen Messfeiern nach der traditionellen Liturgie, die bis 1962 Allgemeingültigkeit hatte, beginnt die Fastenzeit bereits siebzig Tage vor Ostern mit der sogenannten Vorfastenzeit (septuagesima).

In der evangelischen Kirche werden die drei Sonntage vor Aschermittwoch als Vorpassionszeit bezeichnet. Die vierzig bzw. siebzig Tage des Fastens werden grundsätzlich ohne die Sonntage gezählt, da diese als Hochfeste gelten, an denen das Fasten ausgesetzt ist.

Die Farbe Violett

Die liturgische Farbe (Paramente etc.) für die Fastenzeit ist das Violett als Farbe der Trauer und Buße. Die einzige Ausnahme bildet der 4. Sonntag (Laetare) in der Fastenzeit. An jenem Sonntag findet als Vorfreude auf das nahende Osterfest die hellere Farbe Rosa Verwendung (Weiß ist die österliche Farbe). Die Herkunft der unterschiedlichen liturgischen Farben liegt in der antiken Alltagskleidung begründet.

Ab dem 8./9. Jahrhundert begann man, diese Farben dann bestimmten Festen zuzuordnen, wobei das Violett ab dem 12. Jahrhundert bei etlichen Anlässen allmählich das Schwarz als Farbe der Buße verdrängte.

Ursprünglich wurde das Violett aus dem Sekret der Purpurschnecke gewonnen und war zunächst wie das Purpurrot wegen der teuren Herstellung eine heilige, königliche bzw. göttliche Farbe und somit den Amts- und Würdenträgern vorbehalten. Eben diese anfängliche Bedeutung zeigt sich aktuell noch im Violett der Bischöfe, indem es auf den hohen geistlichen Stand verweist.

Die dunkle Mischfarbe Violett symbolisiert den Übergang und Verwandlung. Es ist die Farbe der Buße und der Vorbereitung auf hohe Feste.

Weitere Traditionen im Gottesdienst der Fastenzeit

Im Gottesdienst der Fastenzeit wird während der gesamten Fastenzeit weder vom Gloria, noch vom Halleluja-Ruf Gebrauch gemacht. Zumeist werden auch nicht die Glocken in vollem Umfang geläutet, wie sonst üblich. Schließlich wird, mit Ausnahme des 4. Sonntags (Laetare) in der Fastenzeit, auf sämtlichen Blumenschmuck in der Kirche verzichtet.

Zum festen Brauchtum der Fastenzeit haben sich Fastenpredigten und Fastenhirtenbriefe etabliert, die wir hier kurz näher vorstellen möchten.

Fastenpredigten

Hirtenbrief zur Fastenzeit - Fastenpredigten und FastenhirtenbriefFastenpredigten sind seit dem Konzil von Trient (1545) vorgeschrieben, werden heute meist an den Sonntagen gehalten. Sie werden in der Regel in einen thematischen Rahmen gestellt und zielen auf eine Vertiefung des religiösen, theologischen und moralischen Wissens. Für die Predigten werden oft Seelsorger aus anderen Gemeinden oder Ordenspriester eingeladen.

Hirtenbrief in der Fastenzeit

Die Bischöfe schreiben jeweils zur Fastenzeit einen eigenen Fastenhirtenbrief, der meist am 1. Fastensonntag verlesen wird. Es werden jeweils grundsätzliche Fragen aufgegriffen.

Im Unterschied zu den meisten anderen Hirtenbriefen handelt es sich nicht um einen Brief aller Bischöfe, sondern jeder Bischof verfasst für seine Diözese einen eigenen Brief.

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Quellen: