Ein Unternehmen der Kirche.

Die Osterkerze - Ihre Herkunft und Bedeutung

Erfahren Sie alles über die Bedeutung und das Brauchtum rund um die Osterkerze. Im Vivat!-Shop finden Sie zudem eine große Auswahl an kunstvoll gestalteten Osterkerzen.

Bedeutung und Ursprung der Osterkerze

Eine sehr alte Tradition an Ostern ist das Entzünden der so genannten Osterkerze. In ihr vereinigen sich die Lichttraditionen von griechischer, jüdischer, römischer und christlicher Herkunft gleichermaßen. Dabei galt das Licht schon seither als Zeichen für das Leben.

Osterkerze - Der AuferstandeneDie frühesten Wurzeln hat die Osterkerze sowie die Lichtfeier zu Beginn der Osternacht im frühen Christentum, wo man mit zahlreichen Kerzen die Feier des Gottesdienstes in dieser Nacht erhellte. Zudem gab es in Rom den Brauch, die Osternachtfeier mit zwei 2 m hohen Kerzen zu erleuchten. Schließlich wurde im Laufe der Jahrhunderte auch die gesamte Feuersymbolik des Osterfeuers auf die Osterkerze übertragen, so dass diese heute im Mittelpunkt der Osternachtfeier steht.

Symbolhaft steht die Osterkerze für den über Tod und Sterben siegenden und auferstandenen Jesus Christus. Sie ist vermutlich gallisch-norditalienischen Ursprungs und fand im Jahr 384 in Piacenca in einem Brief von Hieronymus erstmals Erwähnung. Seit 417 gebrauchte sie Papst Zosimus nachweislich in Rom.

Im siebten Jahrhundert setzte sich schon in den Titelkirchen Roms die feierliche Weihe einer Kerze durch. Das Ritual vom Einritzen des Kreuzes und der Buchstaben Alpha und Omega ist in gleicher Zeit für Spanien nachgewiesen und von dieser Zeit an vermutlich auch Tradition in Rom. Aus Jerusalem stammt der uralte Brauch, das Licht der Osterkerze an alle Gläubigen weiterzureichen. Im Laufe des 10. Jahrhunderts etablierte sich die Osterkerze und ab dem 11. Jahrhundert auch im deutschen Sprachraum.

Was genau passiert mit der Osterkerze im Gottesdienst?

Osterkerze mit Osterlamm Im heutigen Gottesdienstablauf der Osternacht wird die Osterkerze am geweihten Feuer entzündet und in den dunklen Kirchenraum getragen, nachdem sie vorher gesegnet wurde. Schließlich wird die Osterkerze auf dem Osterleuchter angebracht und die Gemeinde entzündet ihre mitgebrachten Kerzen an ihrer Flamme. Mit diesem Brauch soll symbolisiert werden, dass Jesus der Ursprung des Lebens ist und Licht in die Dunkelheit bringt.

Anschließend wird zu ihrem Lob das Exsultet (Preislied auf die Großtaten Gottes) durch den Diakon gesungen. Die Osterkerze ist der liturgische Mittelpunkt der Osternacht. Sie brennt während der gesamten Osterfestzeit bis Pfingsten und wird danach neben den Taufstein gestellt, wo sie bei Taufen brennt.

Eine umfangreiche Auswahl an dekorativen Osterkerzen finden Sie bei uns im Vivat!-Shop.

Traditionelle Symbole der Osterkerze

Ganz klassisch werden die Osterkerzen, die in der Osternacht am geweihten Feuer entzündet und in der Kirche aufgestellt werden, mit dem Kreuz, der aktuellen Jahreszahl und den griechischen Buchstaben Alpha und Omega verziert. An den vier Enden der Kreuzbalken und in der Mitte des Kreuzes werden als Zeichen für die Wundmale Christi fünf rote oder goldene Wachsnägel eingesetzt.

Motive für die Gestaltung einer OsterkerzeEs gibt jedoch noch viele weitere Symbole aus der christlichen Tradition, mit denen die Osterkerze gestaltet werden kann. Hier finden Sie einen Überblick über die Motive und ihre Bedeutung.

  • Kreuz: Das Kreuz ist »das« Symbol des Christentums. Es erinnert wie kein anderes an den freiwilligen Kreuzestod Jesu, mit dem er die Sünden der Welt auf sich genommen hat, und die Hoffnung auf die Auferstehung und das ewige Leben. Das Kreuz ist so nicht nur ein Symbol für den Tod, sondern auch der Hoffnung und Erlösung. Die beiden Kreuzbalken symbolisieren außerdem die Verbundenheit Gottes mit den Menschen.
  • Alpha und Omega: »Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.« So bezeichnet Jesus sich selbst in der Offenbarung des Johannes (Offb 22,13 EU). Und auch Gott sagt: »Ich bin das Alpha und das Omega, spricht Gott, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung.« (Offb 1,8 EU). Der erste und letzte Buchstabe des griechischen Alphabets steht für Gott und Christus als Schöpfer und Vollender, der das Leben der ganzen Welt vom Anfang bis zum Ende umfasst.
  • Christusmonogramm XP: Dieses Zeichen, auch Chi-Rho genannt, ist ein altes Christussymbol aus urchristlicher Zeit. Die griechischen Buchstaben sind die Abkürzung für »Christus«, den Gesalbten. Häufig ist das Chi-Rho zusammen mit den Buchstaben Alpha und Omega zu finden.
  • Osterlamm: Das Lamm Gottes (lat. Agnus Dei) mit der Siegesfahne ist eines der ältesten Zeichen für Jesus Christus, der den Tod besiegt hat. Im Johannesevangelium bezeichnet Johannes der Täufer Jesus an zwei Stellen als das »Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt« (Joh 1,29 und Joh 1,36 EU). Das Johannesevangelium berichtet außerdem, dass Jesus zu dem Zeitpunkt gekreuzigt wurde, an dem die Pessach-Lämmer geschlachtet wurden. Das Lamm mit seinem weißen Fell symbolisiert Jesus, der unschuldig für die Sünden der Menschen gestorben ist.
  • Fisch/ICHTHYS: Der Fisch hat in der christlichen Symbolik eine lange Tradition. Das Symbol aus zwei gekrümmten Linien soll schon den Urchristen als geheimes Erkennungszeichen gedient haben. Außerdem enthält das griechische Wort für Fisch »Ichthys« eine Kurzform des Glaubensbekenntnisses: »Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser«.
  • Baum/Zweig: Der Baum symbolisiert mit den immer wieder neu grünenden Blättern den Sieg des Lebens über den Tod.
  • Kelch und Hostie: Beim letzten Mahl Jesu mit seinen Jüngern brach er das Brot und verteilte den Wein und sprach: »Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!« (Lk 22,19-20 EU). In der Eucharistie wird Jesus in den Gaben Brot und Wein gegenwärtig.
  • Regenbogen: Gott gab Noah den Regenbogen nach der Sintflut als Zeichen für den Bund Gottes mit den Menschen (Gen 9,13-16 EU). Von nun an sollten die Menschen nie wieder mit einer Sintflut für ihre Sünden bestraft werden.
Osterkerze »Heiliger Geist« – Osterkerzen gestalten
  • Taube: Die Taube hat mehrere Bedeutungen im Christentum. Einerseits ist die das Symbol der Taufe und des Heiligen Geists. Als Jesus von Johannes dem Täufer im Jordan getauft wurde und aus dem Wasser stieg, kam der Heilige Geist wie eine Taube auf ihn herab (Mk 1,10 EU). Andererseits symbolisiert die Taube den Frieden. Nach der Sintflut ließ Noah eine Taube fliegen, welche mit einem grünen Zweig im Schnabel zurückkam. Da wusste Noah, dass Gott Frieden mit den Menschen geschlossen hatte und das Wasser sank (Gen 8,11 EU).
  • Wasser: Das Wasser steht für das Leben und die Taufe. Ohne Wasser wäre auf der Welt kein Leben möglich und Gott schenkt in der Taufe ein neues Leben. Traditionell werden in der Feier der Osternacht Taufbewerber getauft, die Tauferneuerung gefeiert und das Taufwasser geweiht.

Im Vivat!-Shop finden Sie eine große Auswahl an kunstvoll gestalteten Osterkerzen.

Eine Osterkerze selbst basteln und gestalten

Selbst eine Osterkerze zu basteln, bietet vor dem Osterfest eine schöne Gelegenheit, sich mit der Passionsgeschichte und dem Ostergeschehen zu beschäftigen. Vor allem für Kinder ist das Gestalten einer Osterkerze eine gute Möglichkeit, mit der Ostergeschichte sowie den Symbolen und Traditionen des Christentums vertraut zu werden. Beim Herstellen der verschiedenen Motive kann ganz spielerisch ihre Bedeutung erklärt werden. Außerdem ist das gemeinsame Basteln ein schönes Erlebnis für die ganze Familie.

Zum Basteln braucht man:

  • weiße Stumpenkerze, Ø mind. 6 cm
  • Wachsplatten in verschiedenen Farben und evtl. Wachsdekor mit Symbolen
  • spitzes Küchenmesser oder Cuttermesser
  • Nudelholz
  • evtl. Kerzenstift

So wird's gemacht:

  • Bevor es losgeht, werden am besten zuerst die Motive ausgesucht und ihre Anordnung auf der Kerze festgelegt, damit die einzelnen Teile später in der passenden Größe angefertigt werden können.
  • Dann werden die Wachsplatten mit einem Nudelholz gleichmäßig dünn ausgerollt.
  • Wenn die Motive von Hand mit dem Messer ausgeschnitten werden, empfiehlt es sich, eine Schablone anzufertigen. Die Schablone wird auf das Wachs gelegt und anschließend werden die Konturen mit dem Messer ausgeschnitten. Wer eine ruhige Hand hat, kann natürlich auch auf die Schablone verzichten.
  • Im Bastelbedarf gibt es bereits vorgefertigte Dekorteile aus Wachs mit Symbolen wie Fisch, Kelch, Taube, Kreuz oder Christusmonogramm sowie Zahlen. Wer z. B. mehrere Osterkerzen als Geschenk anfertigen möchte oder Zeit sparen möchte, kann das Wachsdekor verwenden.
  • Die Dekorteile oder die ausgeschnittenen Motive werden in der Hand etwas angewärmt und dann auf die Kerze aufgedrückt, so dass sie gut kleben bleiben.

Tipp: Wer künstlerisch begabt ist und schön malen oder zeichnen kann, kann die Osterkerze auch mit Kerzenstiften mit Flüssigwachs gestalten. Dabei können die Motive direkt mit einem Stift auf das Wachs aufgemalt werden und die Kerze erhält eine besonders individuelle Note.

Quellen: